Handball
HC Erlangen verliert gegen Kiel die Orientierung
Kiels Domagoj Duvnjak (rechts) bekamen die Erlanger um Steffen Fäth (am Ball) vor allem in der ersten Spielhälfte nicht in den Griff. Das Spiel gewann Kiel mit 31:25.
Kiels Domagoj Duvnjak (rechts) bekamen die Erlanger um Steffen Fäth (am Ball) vor allem in der ersten Spielhälfte nicht in den Griff. Das Spiel gewann Kiel mit 31:25.
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Im Spiel gegen Erlangen ließ Kiel keine Punkte liegen. Obwohl der HCE in der ersten Spielhälfte gut mithielt, verloren die Franken mit 25:31.

Im Kampf um die Tabellenspitze der Handball-Bundesliga liefert sich der THW Kiel (Platz 2) mit der SG Flensburg-Handewitt (Platz 1) ein Kopf-an-Kopf-Rennen aus der Ferne. Im Spiel gegen Erlangen ließ Kiel keine Punkte liegen. Obwohl der HCE in der ersten Spielhälfte gut mithielt, verloren die Franken in der zweiten Hälfe die Orientierung. Der Favorit gewann mit 31:25 (16:12).

Bundesliga, Männer

HC Erlangen – THW Kiel 25:31

Zeit zum Ausruhen blieb dem THW nicht: Erst am Nachmittag war Kiel in Nürnberg gelandet. Doch die Zeit brauchten die Spieler auch nicht, sie gingen durch den wurfstarken Domagoj Duvnjak schnell in Führung. Erlangen ließ sich das nicht gefallen und glich durch Daniel Mosindi aus. Die Franken hatten Zeit beim Aufbauen, der Gegner ließ den HCE gewähren. Weil Christopher Bissel – ohne Absicht – im Gesicht getroffen wurde, musste Harald Reinkind zwei Minuten aussetzen. Johannes Sellin verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 2:2. Etwas später ließ Kiel die Erlanger gewähren, der HCE ging mit drei Toren in Führung: 6:3 (10.).

Die Führung verteidigte die Heimmannschaft leidenschaftlich. Sechs Spiele in Folge hatte Kiel gewonnen – sollte ausgerechnet Erlangen den Lauf stoppen können? Das wollten die Gäste unbedingt verhindern und kämpften sich nach dem zwischenzeitlichen 7:4 wieder auf 7:7 heran.

Erlangen wehrte sich. Simon Jeppsson traf zum 8:7, Mosindi zum 9:8. Martin Ziemer zeigte beim Stand von 9:9 eine sehenswerte Parade, er ersetzte den verletzten Stammtorhüter Klemen Ferlin gut.

Dennoch ließen sich die Erlanger verunsichern. Mosindi und Jeppsson unterliefen kurz hintereinander zwei technische Fehler, die Kieler gingen mit zwei Toren in Führung (11:13). Duvnjak ließ sich nicht unter Kontrolle bringen, er erzielte sein sechstes Tor (12:14). Erlangen nahm die erste Auszeit in der 27. Minute.

Auszeit eine Minute vor der Pause

Danach bekam Bissel den Ball nicht im Tor unter, obwohl der Versuch sehenswert an die Latte ging. Kiel nahm Anlauf, aber nun verteidigte Bissel seine Außenbahn. Das Kieler Tor war leer, die Gäste versuchten es mit Sieben gegen Sechs. Ohne Erfolg: Kiel blieb stecken und nahm eine Auszeit. Es stand immer noch 12:14. Doch der Gast lief eine Minute vor der Pause noch einmal heiß – es stand 12:16. Der Ex-Kieler Sebastian Firnhaber hatte zuletzt daneben geworfen.

Die Erlanger kamen nicht gut aus der Pause. Kiel wurde seiner Favoritenrolle gerecht und zwang die Heimmannschaft zu Fehlern. Jan Schäffer wurde für ein Foul mit zwei Minuten bestraft. Sellin verwandelte in dieser Zeit einen Siebenmeter zum zwischenzeitlichen Stand von 14:19. Kiel machte weiter Druck und stellte einen Sieben-Tore-Abstand her (15:22). Erlangen war zu passiv. HCE-Trainer Michael Haaß nahm eine Auszeit und verlangte Tempo von seinen Spielern.

Hoffnungsträger zünden nicht

Benedikt Kellner und Steffen Fäth sollten es nun im Angriff richten. Janis Boieck ersetzte Ziemer im Tor. Fäth verletzte sich jedoch direkt unglücklich: Er verlor im Angriff die Orientierung, konnte nicht mehr bremsen und fiel hinter dem Kieler Tor über die Werbebande. Auch Kellner fiel eher negativ auf: Er riss einen Kieler Spieler um und kassierte zwei Minuten. Den Siebenmeter verwandelte Niclas Ekberg souverän zum 18:25.

Dem Kieler Steffen Weinhold, der ursprünglich aus Fürth stammt und von 2003 bis 2007 beim HCE gespielt hatte, gelang sein erstes Tor in diesem Spiel – der Spielstand lautete 19:27. Doch Erlangen rappelte sich auf, wollte sich nicht vorführen lassen und kam wieder auf fünf Tore heran (23:28). Auch, weil Boieck sehr gut hielt. Der Kieler Trainer Filip Jícha war sauer, nahm eine Auszeit und verlangte Konzentration über die vollen 60 Minuten. Die Partie hatte nicht mehr viel von einem ansehnlichen Handball-Spiel. Johannes Sellin traf zum 25:30, es blieb Ergebniskosmetik. Der letzte Angriff ging an Kiel – 25:31 lautete der Endstand.