Handball
HC Erlangen zaubert zwei neue Spieler aus dem Hut
Benjamin Meschke (Mitte, hier im Trikot von Balingen-Weilstetten), wird die Erlanger ab sofort unterstützen und könnte schon gegen die Rhein-Neckar Löwen auflaufen.
Benjamin Meschke (Mitte, hier im Trikot von Balingen-Weilstetten), wird die Erlanger ab sofort unterstützen und könnte schon gegen die Rhein-Neckar Löwen auflaufen.
Foto: Archiv/Sportfoto Zink
Erlangen – Vier Spiele in acht Tagen – der HC Erlangen steht vor einem Mammut-Programm. Zwei neue Routiniers sollen für Entlastung sorgen.

Richtungsweisende Spiele stehen dem HC Erlangen in den kommenden Tagen in der Handball-Bundesliga bevor: Zunächst müssen die Franken dreimal auswärts um Punkte kämpfen (Rhein-Neckar Löwen, Minden, Leipzig), ehe sie am Pfingstsonntag Göppingen zu Hause empfangen. Der Startschuss für den Mai-Endspurt fällt am Samstag um 20.30 Uhr, wenn die Erlanger beim aktuellen Tabellendritten, den Rhein-Neckar Löwen, in der SAP Arena antreten.

Neuzugang für die letzten Spiele der Saison

Nach der 19:24-Heimniederlage gegen die Eulen Ludwigshafen wartet auf die auf Platz 14 gerutschte Mannschaft von Michael Haaß im knapp 250 Kilometer entfernten Mannheim die nächste schwere Aufgabe. Und das nach wie vor ohne insgesamt fünf verletzte Stammkräfte. Die Leistungsträger Klemen Ferlin, Sime Ivic, Petter Overby, Nikolai Link und Antonio Metzner werden ihrer Mannschaft weiterhin fehlen. Nach dem Saisonaus für den zweifachen norwegischen Vizeweltmeister Petter Overby hat der HC Erlangen den 30-jährigen Kreisläufer Benjamin Meschke bis zum Saisonende verpflichtet. Er wird bereits morgen dem Kader der Franken angehören.

Meschke spielte seit 2013 für die DHfK Leipzig, den Bergischen HC und den HBW Balingen-Weilstetten in der Bundesliga. Nach einer schweren Fußverletzung, die seit geraumer Zeit ausgeheilt ist, war er zuletzt ohne Vertrag, so dass ein Vereinswechsel auch nach dem Ende der Wechselperiode möglich wurde. Zudem stößt der 35-jährige Torwart Matthias Ritschel, der seine Karriere eigentlich beendet hatte, ab nächster Woche vorübergehend zum Kader des HCE, um nach dem Ausfall von Klemen Ferlin und der leichten Verletzung von Nachwuchstorhüter Janis Boiek nichts auf der wichtigen Torhüterposition zu riskieren.

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Leistungssteigerung erwartet

Trotz der großen Verletzungssorgen hat sich HCE-Trainer Michael Haaß gegen die Rhein-Neckar Löwen viel vorgenommen und erwartet von seinem Team eine deutliche Leistungssteigerung: „Ich denke, beide Teams sind auf Wiedergutmachung aus. Zudem ist es für uns der Auftakt zu einer heftigen Woche, für die wir uns ein gutes Gefühl holen möchten.“ Nach dem 33:28-Heimerfolg gegen Hannover musste der nächste Gegner der Erlanger im Kampf um die europäischen Plätze zuletzt zwei bittere Niederlagen gegen die Füchse Berlin und TVB Stuttgart hinnehmen.

Weltklasse-Spieler und fünffacher MVP der Handball-Bundesliga, Andy Schmid, führt die Rhein-Neckar Löwen an.
Weltklasse-Spieler und fünffacher MVP der Handball-Bundesliga, Andy Schmid, führt die Rhein-Neckar Löwen an.
Foto: Sportfoto Zink

Dementsprechend motiviert werden die Gastgeber aus Baden-Württemberg zu Werke gehen. Über die individuelle Qualität der Mannheimer bedarf es nicht vieler Worte. Der zweimalige Deutsche Meister und Pokalsieger von 2018 verfügt über eine ganze Auswahl von Weltklasse-Spielern und wird vom fünffachen MVP der Handball-Bundesliga, Andy Schmid, angeführt. Im Hinspiel im Oktober agierten die Erlanger lange Zeit auf Augenhöhe, mussten sich am Ende jedoch mit 20:26 geschlagen geben.

Raúl Alonso wird neuer Sportdirektor

Außerdem hat der HC Erlangen die Verpflichtung eines neuen Sportdirektors bekanntgegeben. Ab Juli wird der 42-jährige Spanier Raúl Alonso die Fäden beim fränkischen Handball-Erstligisten ziehen und dort den sportlichen Bereich neben Cheftrainer Michael Haaß verantworten. Er wechselt vom weißrussischen Meister Meshkow Brest in die stärkste Liga der Welt.

Raúl Alonso wurde in Madrid geboren und ist im nordspanischen Santander aufgewachsen. Mit 15 Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er das Abitur ablegte und anschließend in Frankfurt am Main studierte. Alonso spielte acht Jahre beim unterfränkischem Zweitligisten Tuspo Obernburg und trainierte parallel Jugendmannschaften. Nach den ersten Erfahrungen als Vollprofi-Trainer während der Saison 2008/09 in der Frauen-Bundesliga, übernahm er zwischen 2010 und 2015 das Nachwuchsleistungszentrum des THW Kiel als Leiter und arbeitete zudem als Assistenztrainer des heutigen Bundestrainers Alfred Gislason in der Bundesligamannschaft.

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Nach drei Jahren als Trainer und Leistungskoordinator in der ersten Liga Österreichs kam Alonso 2018 zum weißrussischen Meister Meshkov Brest, wo er dreimal als Cheftrainer Meister wurde und in der Champions League spielte. In der abgelaufenen Saison konnte er mit Brest die erfolgreiche Saison der Vereinsgeschichte feiern. Der Verein steht gerade im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona.

„Ich stehe mit Raúl Alonso seit fast einem Jahr in stetigem Kontakt“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender und HCE-Präsident Carsten Bissel. „Immer wieder habe ich versucht, ihn vom HC Erlangen zu überzeugen und ihn dazu zu bewegen, in der Funktion des Sportdirektors zurück nach Franken zu kommen. Ich bin überzeugt, dass Raúl mit seiner großen internationalen Erfahrung, aber auch mit seinem Sinn für langsam gewachsene Strukturen wie die in Erlangen als sportlicher Leiter für unsere Entwicklung ein ganz wichtiger Faktor sein wird.“