HSC Coburg
Coburger Blitzstart lähmt Rostock
Zweimal fünf: Während Felix Jaeger (links) fünfmal traf, parierte Torwart Fabian Apfel beim deutlichen Heimsieg gegen Rostock fünf Bälle.
Zweimal fünf: Während Felix Jaeger (links) fünfmal traf, parierte Torwart Fabian Apfel beim deutlichen Heimsieg gegen Rostock fünf Bälle.
Foto: Uwe Gick
F-Signet von Ralph Bilek Fränkischer Tag
Coburg – Die Coburger besiegen den HC Empor Rostock deutlich mit 35:29. HSC-Coach Brian Ankersen spricht von der besten Halbzeit der Saison.

Die Fans des HSC 2000 Coburg hatten bei bitterkalten Außentemperaturen gehofft, sich in der Halle wenigstens am Spiel ihrer Mannschaft erwärmen zu können. Sie wurden zumindest vor der Pause nicht enttäuscht. Ihr Team legte einen 7:0-Kaltstart aufs Parkett, so dass dem HC Empor Rostock Hören und Sehen verging. Auch wenn die Gastgeber nach der Pause kurz wackelten, stand am Ende ein hochverdienter 35:29-Erfolg auf der Anzeigetafel. „Die erste war die beste Halbzeit, die wir in dieser Saison gespielt haben. Wir müssen es aber noch konsequenter durchziehen“, so HSC-Coach Brian Ankersen. Zum ersten Mal in dieser Saison schöpfte er die maximal mögliche Teamstärke, auch alle drei Torleute waren aufgeboten, von 16 Akteuren aus. Diese kamen an der Seitenlinie aus dem Jubeln erst einmal gar nicht heraus, weil das Team auf der Platte höchst fokussiert war.

2. Bundesliga

HSC 2000 Coburg – HC Empor Rostock 35:29 (19:12)

Es dauerte nur zweieinhalb Minuten, bis das größtes Manko der vergangenen Wochen zu Tage trat: die Chancenverwertung. Frei lief Fynn Herzig auf den gegnerischen Torwart zu, vergab diese Möglichkeit aber. Nicht so schlimm, denn die Coburger erwischten ansonsten einen erstklassigen Start. Rostock sah zunächst überhaupt kein Land. Nach gespielten sechs Minuten und 39 Sekunden rief HC-Trainer Tristan Staat seine Spieler an die Seitenlinie. Da führte Coburg bereits 6:0, legte noch einen Treffer drauf, ehe Rostock 70 Sekunden nach der Auszeit zu seinem ersten Treffer kam. Entnervt verließ nach nicht einmal zehn Minuten der Rostocker Tormann Leon Mehler sein Gehäuse.Neun Mal musste er bis dahin schon hinter sich greifen. Die vergebene Großchance von Herzig war bis dahin der einzige Fehlwurf.

Wie entfesselt in der ersten Halbzeit: Florian Billek
Wie entfesselt in der ersten Halbzeit: Florian Billek
Foto: Uwe Gick

Dazu passte die Leistung von Jan Kulhanek im HSC-Tor, der mit „Wolle“-Sprechchören von den Fans gefeiert wurde. In seiner 42-minütigen Einsatzzeit kam er auf 13 Paraden. Die Abwehr vor ihm trug ihren Anteil dazu bei. Die Coburger Trefferquote ging im Angriff dann jedoch nach unten. Aber natürlich konnte es nicht so wie in den ersten zwölf Minuten weitergehen. Auch die Gäste suchten ihr Heil nun in der Flucht nach vorne, spielten selbst bei Gegentreffern schnell in den Angriff und überraschten so die Coburger einige Male. Die neun Tore Vorsprung reduzierten sich etwas. Doch Florian Billek hatte da etwas dagegen. Mit seinem achten Treffer nach gerade einmal 20 Minuten, stellte er den Abstand wieder her und erhöhte vier Minuten später, nachdem die Abwehr die erste Unterzahl bravourös verteidigt hatte, den Abstand erstmals auf zweistellig.

Auffällig war, dass die Außenspieler der Coburger ins Spiel einbezogen wurden, das damit viel breiter angelegt war als noch zuletzt. Und auch Konter wurden erfolgreich gelaufen. Mit seinem zehnten Treffer eröffnete Billek den zweiten Durchgang. „Der Start hat uns mega geholfen, davon konnten wir zehren“, betonte der HSC-Goalgetter die Wichtigkeit der Anfangsphase.

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Mehr Physis im zweiten Durchgang

„Wir kamen gut aus der Halbzeit raus, können auf zwei stellen, doch dann kippte das Spiel wieder“, äußerte sich Empor-Coach Tristan Staat nach der Partie. Das Spiel wurde körperlicher. Zwei Coburger und ein Rostocker saßen auf der Strafbank: Die Gäste waren nicht gewillt, klein beizugeben, hatten jetzt auch ein bisschen die Pfiffe auf ihrer Seite und durften sich nicht nur bei der Vergabe der Zeitstrafen durchaus im Vorteil fühlen. So wurde ein vermeintlich klares Foul an Andreas Schröder nicht geahndet. Der Abstand schrumpfte auf fünf Treffer. Brian Ankersen erkannte wohl, dass bei seiner Mannschaft jetzt etwas Sand im Getriebe war, rief nach 37 Minuten zur Auszeit. In dieser legte HSC-Maskottchen Vestus umjubelt von den Fans eine flotte Sohle aufs Parkett, auf das der HSC-Coach danach den siebten Feldspieler schickte.

Zehnminütige Schwächephase

Da nun auch bei den Abprallern das Glück aufseiten der Gäste war, wackelten die lange Zeit souveränen Coburger plötzlich. Unerwartet wurde es spannend, als Rostock sogar die Option hatte, auf zwei Treffer zu verkürzen. Sie kamen mit irrem Tempohandball, vor allem zelebriert von Philipp Asmussen, auf drei Treffer heran (26:23, 45.). „Zehn Minuten hat unser Spiel gestockt, die Chancenverwertung war nicht gut, wir haben Fehler gemacht. Aber der erste Durchgang war richtig gut, wir sind so viele Gegenstöße gelaufen wie schon lange nicht mehr“, betonte Schröder.

Coburger Euphorie nach dem 35:29-Heimerfolg
Coburger Euphorie nach dem 35:29-Heimerfolg
Foto: Uwe Gick

Denn dem Tempo mussten die Gäste nach und nach dann Tribut zollen. Coburg stellte sich immer besser auf diese schnellen Vorstöße ein, verriegelte wieder seine Deckung. Beim 34:25 war die Partie entschieden. Eines können die Rostocker aber zumindest für sich reklamieren. Ihr Treffer zum 23:17-Zwischenstand per Kempa von Marc Pechstein auf Asmussen war der schönste des Abends. Ein Tor, das der einzige mitgereiste Rostocker Fan, der seine Mannschaft trotz schwacher Anfangsphase über 60 Minuten unterstützte, mit seiner Tröte lautstark feierte.

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Die Statistik

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (13 Paraden), Jochens, Apfel (5 Paraden) – Dettenthaler (5), Bis (2), Glatthard, Fuß (2), Siegler, Ossowski (3/2), Billek (10/2), Herzig (2), Krone (1), Knauer (1), Schäffer (1), F. Jaeger (5), Schröder (3)

HC Empor Rostock: Wetzel (5 Paraden), L. Mehler (2 Paraden) – Wilhelm (3), Steidtmann, Ottsen (2), D. Mehler, Völzke (1), Witte (4), Asmussen (6), Demerza (1), Funke, Vignisson (6), Thümmler (2), Pechstein (2), Lößner (2

Schiedsrichter: Leonard Bona / Malte Frank

Zeitstrafen: 4 (F. Jaeger, Glatthard, Billek, Herzig) – 3 (Asmussen, Demerza, Pechstein)

Siebenmeter: 3/4 (Billek verwirft einmal gegen Wetzel, trifft einmal, Ossowski verwandelt zwei Mal) – 0/0

Spielfilm: 4:0 (5.), 7:0 (8.), 9:1 (10.), 11:2 (14.), 11:4 (16.), 13:6 (17.), 16:7 (23.), 17:7 (25.), 18:10 (29.), 19:12 – 21:14 (33.), 21:16 (36.), 24:18 (40.), 26:23 (45.), 30:24 (50.), 34:25 (55.), 34:28 (58.), 35:29

Zuschauer: 1612

Beste Spieler: Billek, F. Jaeger, Dettenthaler, Kulhanek – Vignisson, Asmussen

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