HSC Coburg
Coburgs Kreativkopf kehrt zurück
In seinem ersten halben Jahr in Coburg überzeugte Tumi Steinn Runarsson (am Ball) auf Anhieb. In der aktuellen Saison fehlte der Isländer verletzt. Nun könnte der Spielmacher dem HSC wieder wichtige Impulse geben.
In seinem ersten halben Jahr in Coburg überzeugte Tumi Steinn Runarsson (am Ball) auf Anhieb. In der aktuellen Saison fehlte der Isländer verletzt. Nun könnte der Spielmacher dem HSC wieder wichtige Impulse geben.
Uwe Gick
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Das Lazarett des Zweitligisten HSC Coburg lichtet sich – zumindest ein wenig. Zum Heimspiel gegen Nordhorn kehrt Tumi Steinn Runarsson in den Kader zurück. Der Spielmacher wurde schmerzlich vermisst.

Dass das Angriffsspiel des Handball-Zweitligisten HSC 2000 Coburg ob der vielen Neuzugänge und Verletzten noch stockt, wurde nicht nur beim vergangenen Gastspiel beim TuSEM Essen deutlich. Bei der Niederlage im Ruhrpott erzielten die Vestestädter lediglich 20 Tore. Eine Ausbeute, mit der es in jedem Spiel eng wird zu gewinnen.

Trotzdem war die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen bis in die Schlussphase hinein im Spiel, als der HSC nach mehreren Rückständen zum 19:19 ausglich. Danach gelang den Coburgern aber nur noch ein Tor, während Essen derer acht erzielte und das Duell der ehemaligen Erstligisten zu deutlich mit 27:20 für sich entschied.

Eine Woche später steht das nächste Duell zweier Ex-Bundesligisten an. Am Freitagabend (19.30 Uhr) gastiert die HSG Nordhorn-Lingen (6./16:8 Punkte) beim HSC (8./13:13). Und vor dem Duell mit den Niedersachsen gibt es aus dem Coburger Lager gute Nachrichten: Tumi Steinn Runarsson steht nach überstandener Verletzung vor dem Comeback.

2. Bundesliga

HSC 2000 Coburg (8.) – HSG Nordhorn-Lingen (6.)

174 Tage nach seinem bislang letzten Pflichtspiel für den HSC steht Tumi Steinn Runarsson vor der Rückkehr. Der Spielmacher aus Island stand zuletzt am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim VfL Gummersbach (27:29) im Coburger Kader. Eine hartnäckige Schambeinentzündung bremste Runarsson in dieser Spielzeit aus.

„Er ist ein anderer Spieler und ein natürlicher Leader. Er hat ein gutes Gefühl für die Spielsteuerung“, sagt HSC-Trainer Brian Ankersen über seinen Kreativspieler. Wie viel Einsatzzeit der 22-Jährige gegen Nordhorn-Lingen bekommen wird, bleibt abzuwarten. Denn: „Tumi war drei, vier Monate raus. Man darf jetzt auch nicht zu viel von ihm erwarten.“

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Klar ist: Runarsson könnte den Vestestädtern mit seiner Spielintelligenz wichtige Impulse geben, um die massive 6:0-Deckung der Gäste auszuhebeln. Das Angriffsspiel des HSC war in dieser Woche ein wichtiges Thema in der Analyse. „Wir haben das akribisch aufgearbeitet. Es geht um Absprachen, Tempospiel und Bewegung, um über 25 Tore zu kommen“, sagt Ankersen, der in der Abwehr Kompaktheit und Aggressivität fordert.

Schließlich gilt es, nicht nur die Kreisläufer-Kolosse Luca de Boer und Dominik Kalafut einzugrenzen. Denn: Mit Georg Pöhle hat die HSG einen wurfgewaltigen Spieler im Rückraum und zuletzt riss auch zunehmend Tarek Marshall, der vom HC Erlangen ausgeliehen wurde, das Spiel an sich. Nordhorn habe aber noch mehr zu bieten. „Sie sind eine eingespielte und kreative Mannschaft“, sagt Ankersen und nennt Spieler wie Julian Possehl und Alexander Terwolbeck, die zu den Stützen der HSG zählen.

Verletzungspech auf beiden Seiten

Allerdings hat die Mannschaft von Trainer Daniel Kubes ein ähnliches Verletzungspech wie Coburg. Während der HSC nach Runarssons Rückkehr weiterhin auf Max Preller (Schulter), Kristian van der Merwe (Ellbogen) und Max Jaeger (Rücken) verzichten muss, haben die Nordhorner sechs langfristige Ausfälle zu beklagen. Dass die HSG auf Rang 6 liegend Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen hat, liegt vor allem am jüngsten Lauf: Mit drei Siegen in Serie machte Nordhorn-Lingen einige Plätze gut.

Hauptgründe dafür: Die sichere Deckung und ein starkes Torhüter-Gespann. Björn Buhrmester ist gemessen an der Quote (37 Prozent gehaltene Bälle) der stärkste Torhüter der Liga. Auch sein Kollege Bert Ravensbergen (34 Prozent) zählt in dieser Disziplin zu den besten Schlussmännern. „Die Chancenverwertung wird ein Schlüssel sein, sie muss besser sein als zuletzt“, sagt Ankersen. Zuletzt kamen die Coburger lediglich auf eine Wurfquote von 51 Prozent.

Die Aufgebote:

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Apfel – Runarsson, Dettenthaler, Bis, Glatthard, Fuß, Ossowski, Billek, Herzig, Krone, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Ankersen

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen, Buhrmester – Lindberg, Marschall, Stegefelt, Fernandez, Terwolbeck, de Boer, Seidel, Possehl, Wasielewski, Pöhle, Kalafut

Trainer: Kubes

Schiedsrichter: Kolb (Augsburg) / Kauth (Taufkirchen)

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