HSC Coburg
Nach Auftakt-Gala: Gradmesser beim Absteiger
HSC-Trainer Brian Ankersen zeigt es an: Die ersten zwei Punkte sind eingefahren. Nach dem Kantersieg über Konstanz wartet auf die Coburger nun in Lübbecke aber eine deutlich schwerere Aufgabe.
HSC-Trainer Brian Ankersen zeigt es an: Die ersten zwei Punkte sind eingefahren. Nach dem Kantersieg über Konstanz wartet auf die Coburger nun in Lübbecke aber eine deutlich schwerere Aufgabe.
Foto: Uwe Gick
Coburg – Nach dem Knaller-Start gegen die HSG Konstanz muss der Zweitligist HSC Coburg zum TuS N-Lübbecke – und will dort für eine Überraschung sorgen.

Dieser Auftakt weckt Hoffnungen auf eine starke Saison: Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg fegte im ersten Saisonspiel in der heimischen HUK-Arena die HSG Konstanz mit 34:22 vom Feld und war für den überforderten Aufsteiger vom Bodensee eine Nummer zu groß.

Doch nun wartet ein anderes Kaliber auf die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen. Am Freitagabend (19.30 Uhr, bei sportdeutschland.tv) gastieren die Vestestädter beim Bundesliga-Absteiger TuS N-Lübbecke. Nach der Gala gegen Konstanz wartet auf die Coburger der erste Gradmesser der Saison.

2. Bundesliga

TuS N-Lübbecke (5.) – HSC 2000 Coburg (1.)

„Uns erwartet ein völlig anderes Spiel. Lübbecke zählt zu den Top-Favoriten auf den Aufstieg, hat einen breiten Kader und eine physisch sehr starke Mannschaft. Es wird eine spezielle Herausforderung für uns“, sagt Ankersen vor dem Gastspiel im rund 420 Kilometer entfernten Lübbecke. Die Ostwestfalen mussten nach dem Aufstieg 2021 in der vergangenen Saison nach zwischenzeitlich guter Ausgangslage die direkte Rückkehr in die Zweitklassigkeit antreten.

Dort tritt der TuS, der seine Wurzeln im Lübbecker Ortsteil Nettelstedt hat, mit einigen Änderungen an: Unter anderem verließen die Leistungsträger Valentin Spohn (VfL Eintracht Hagen) und Lutz Heiny (HC Erlangen) den Klub.

Dafür holte der TuS unter anderem mit dem Rückraumlinken Sven Weßeling (SG BBM Bietigheim), dem Rückraumrechten Jo Gerrit Genz (ASV Hamm-Westfalen), Torwart-Routinier Nikolas Katsigiannis (Rhein-Neckar Löwen) und Linksaußen Rutger ten Velden (TuS Ferndorf) Erfahrung und Qualität.

Weltmeister Michael Haaß neuer Trainer

Neu ist auch der Mann an der Seitenlinie: Michael Haaß, Ex-Trainer der heutigen Coburger Jan Schäffer und Max Jaeger beim HC Erlangen, folgte im Sommer auf Emir Kurtagic. Der Einstand des Weltmeisters von 2007 glückte: Mit 31:28 gewann der TuS sein Auftaktspiel in Hagen und hatte in Linksaußen Tom Skroblien (10 Tore) seinen besten Werfer.

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Welchen Eindruck Ankersen vom TuS bekommen hat? „Eine abwehrstarke Mannschaft mit zwei guten Torhütern“, sagt der 34-jährige Däne. Lübbecke bevorzuge eine 6:0-Formation, könne aber auch andere Formationen spielen. Vor allem aber komme körperliche Schwerstarbeit auf die Vestestädter zu: „Sie sind größer als wir und haben etwa mit Yannick Dräger und Leos Petrovsky 110-Kilo-Kraftpakete am Kreis.“

Brian Ankersen fordert hohes Tempo

Die Spielanlage des HSC mit hohem Tempo und viel Bewegung könnte gegen die Lübbecker ein probates Mittel sein. Aber Coburgs Trainer weiß: „Wir werden ihre Abwehr nicht knacken, wenn wir ohne Vorbereitung ins Eins-gegen-eins oder Zwei-gegen-zwei gehen.“ Ankersen fordert eine hohe Passgeschwindigkeit, um die Abwehr des TuS auseinanderzuziehen. Und: Die eigene Deckung soll an die Leistung gegen Konstanz anknüpfen.

„Wir brauchen die einfachen Tore aus dem Umschaltspiel. Wenn uns das gelingt und wir defensiv gut stehen, können wir eine Überraschung schaffen“, sagt Ankersen, der die Coburger in Lübbecke als Außenseiter sieht. Schließlich verfüge der TuS über eine enorme Qualität in seinem Kader.

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Dreh- und Angelpunkt ist der kroatische Spielmacher Luka Mrakovcic, aber mit Weßeling, Genz, Florian Baumgärtner und Marek Nissen haben die Ostwestfalen weitere starke Akteure im Rückraum. Diesen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, wird eine der Hauptaufgaben für den HSC.

Heißer Kampf um die Nummer 2

Der geht mit nahezu unverändertem Kader in das erste Auswärtsspiel der Saison. Offen ist nur, wer mit Rückkehrer Jan Kulhanek, der bei seinem Comeback auf starke zwölf Paraden und 52 Prozent gehaltener Bälle gekommen war, das Coburger Torhüter-Gespann bildet.

Zuletzt hatte Eigengewächs Fabian Apfel im Pokal und beim Ligaauftakt gegen Konstanz den Vorzug vor Jan Jochens erhalten. Letzterer soll darüber frustriert gewesen sein und sich mit Abschiedsgedanken beschäftigt haben. HSC-Geschäftsführer Jan Gorr bekräftigte aber, dass Jochens in der Vestestadt bleibe.

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Ankersen sieht die Debatte um die Coburger Nummer 2 entspannt: „Ich finde das witzig. Als Fabi letztes Jahr nicht nominiert wurde, hat keiner nachgefragt. Fakt ist: Wir haben ein Torhüter-Trio und wer nominiert wird, entscheidet sich nach den Trainingsleistungen und dem jeweiligen Gegner. In unseren Augen hatte zuletzt Fabi die Nase vorne.“

Die gute Stimmung nach dem starken Saisonstart soll der Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten aber nicht trüben. Schließlich scheint sich die neuformierte Mannschaft des HSC im Eiltempo gefunden zu haben. Wo die Coburger aber tatsächlich stehen, dürfte das Auswärtsspiel beim Aufstiegsfavoriten zeigen.

Die Aufgebote:

TuS N-Lübbecke: Asheim, Katsigiannis – Genz, Holzhacker, ten Velde, Baumgärtner, Wolf, Petreikis, Strosack, Dräger, Mrakovcic, Weßeling, Nissen, Petrovsky, Skroblien

Trainer: Haaß

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Apfel, Jochens – Dettenthaler, M. Jaeger, Glatthard, Fuß, Siegler (?), Ossowski, Billek, Herzig, Krone, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Ankersen

Schiedsrichter: Cesnik / Konrad (beide Gummersbach)

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