Volleyball
Branko Damjanovic – ein teuflisch guter Spieler
Energie-Level auf Anschlag: Ohne Emotionen geht nichts bei Branko Damjanovic.
Energie-Level auf Anschlag: Ohne Emotionen geht nichts bei Branko Damjanovic.
Jens Feistel
Jürgen Schmitt von Jürgen Schmitt Saale-Zeitung
Hammelburg – Warum sich „El Diablo“ längst in die Herzen der Fans gespielt hat und wieso die Hammelburg Volleys gegen die TuS Kriftel ans Limit gehen müssen.

Ein Abschied – aber nur auf Zeit. Zum finalen Heimspiel in diesem Jahr erhoffen sich die Hammelburg Volleys (7./15 Punkte) am Samstag (19 Uhr) noch einmal eine stimmungsvolle Kulisse in der Saaletalhalle. Um sich mit einem Sieg von ihren tollen Fans verabschieden, braucht es gegen die TuS Kriftel (13./13) eine konzentrierte Team-Leistung – und individuelle Klasse. Wie die von Branko Damjanovic.

Wenn Hammelburgs Diagonalangreifer (meist als letzter) die Halle betritt, wirkt das irgendwie schleppend, oft flankiert von einer leicht gebückten Körperhaltung. „Ja fast schon leidend“, wie Teammanager Olly Wendt augenzwinkernd ergänzt. „Ich bin ein alter Mann“, kokettiert Damjanovic gerne mit einem liebevoll schelmischen Grinsen. „Und dann hüpft er wie ein junger Gott auf dem Spielfeld herum“, sagt Wendt, der ihm vor einigen Jahren den Spitznamen „El Diablo“ verpasste, „weil Branko für diesen Sport brennt und es gefühlt immer drei Grad wärmer in der Halle ist, wenn er spielt“.

Der diabolische Blick

Es sind gerade diese Emotionen, die geballten Fäuste nach wichtigen Punkten und dieser manchmal eben diabolische Blick, für den die Zuschauer den gebürtigen Kroaten so lieben. Dass diese Emotionen manchmal überkochen, „sind eher Zeugnis seines unbändigen Willens, was die ein oder andere angeregte Diskussion mit Schiedsrichter oder gegnerischen Spielern unterhalb der Netzkante erklärt“, schmunzelt Wendt.

„Auch im Training zeigt Branko, dass er riesigen Bock und Spaß hat“, weiß Headcoach Philipp Fischer zu berichten. „Fips ist ein toller Mensch und Trainer und er hat es geschafft, dass ich wieder Lust habe, zum Training zu gehen“, gibt Damjanovic das Kompliment zurück. Dass der 33-Jährige im Team der Volleys zum Ältestenrat gehört, ist eher Ansporn: „Solange ich den Ball treffe, ich es gesundheitlich noch kann und vor allem Spaß am Volleyball habe, denke ich nicht ans Aufhören.“ Längst verziehen hat Damjanovic indes seinen beiden Teammanagern, „weil sie in der Kaderplanung den zweiten Raucher vergessen haben.“

Der Medaillen-Sammler

Mit drei MVP-Medaillen in dieser Saison gehört Damjanovic zusammen mit dem viermal ausgezeichneten Kapitän Moritz Rauber zu den absoluten Leistungsträgern der Volleys. So gelangen Damjanovic im Spiel gegen Rottenburg beeindruckende 28 direkte Punkte. Dass der „gelernte“ Diagonalangreifer in dieser Saison seine angestammte Position ab und an mal verlässt und auf der Außen-Annahme aushilft, ist für den routinierten Ex-Profi kein Problem, obwohl es doch diesen entscheidenden Unterschied gibt: „Als Dia muss ich mich nur auf Aufschlag und Angriff konzentrieren, über außen kommt leider noch die Annahme hinzu“, sagt Damjanovic mit einem Augenzwinkern und verspricht, auch den Float irgendwann in den Griff zu bekommen.

„Selbst wenn es vielleicht ab und zu mal zwickt und kneift, spielt Branko auf einem unglaublich hohen Niveau. Wir sind froh, so einen liebenswerten Menschen an Bord zu haben“, so Teammanager Frank Jansen, der sich noch einmal volle Ränge im Wohnzimmer wünscht.

Eine extrem enge Liga

Wie eng die Liga in dieser Saison ist, zeigt der Fakt, dass den Tabellenvierten Schwaig gerade mal drei Punkte vom TuS Kriftel trennen, der mit einem Sieg weniger auf der Habenseite derzeit auf einem Abstiegsplatz weilt. Die Saalestädter stehen mit gerade einmal zwei Punkten mehr auf dem siebten Tabellenplatz, sodass in dieser Liga am Ende vielleicht nur ganz wenige Spiele über Abstieg und Ligaverbleib entscheiden. Der Auftrag für das Team von Headcoach Philipp Fischer ist damit klar definiert: Wollen sich die Gastgeber zumindest etwas von den Hessen absetzen, ist ein Sieg fast schon Pflicht.

Die Hessen verloren zwar ihre letzten beiden Spiele, konnten sich davor jedoch gegen die Dachauer klar durchsetzen, die nicht nur die Hammelburger auf dem falschen Fuß erwischten, sondern zuletzt auch einen deutlichen 3:0-Sieg gegen Meister Karlsruhe feierten. Und auch gegen Schwaig, denen die Saalestädter ihrerseits wenig entgegenzusetzen hatten, setzte es zum Ligaauftakt einen Erfolg. Dass sich das Team um Headcoach Tim Schön in der vergangenen Saison zweimal deutlich gegen die Unterfranken durchsetzte, unterstreicht nur die Herausforderung.

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