Volleyball
Warum Milan Pajkic das Duell mit Messi verlor
Zu oft fanden die Gothaer um ihren MVP Hannes Maisch (vorne) einen Weg vorbei am Hammelburger Block, auf unserem Bild gebildet von Lenny Fuchs und Severin Hauke (rechts).
Zu oft fanden die Gothaer um ihren MVP Hannes Maisch (vorne) einen Weg vorbei am Hammelburger Block, auf unserem Bild gebildet von Lenny Fuchs und Severin Hauke (rechts).
Jens Feistel
Jürgen Schmitt von Jürgen Schmitt Saale-Zeitung
Hammelburg – Von einer Erkältungswelle gebeutelt, fehlt den Hammelburg Volleys in Gotha die Energie. Das Duell mit Ex-Spieler Hannes Krochmann fiel aus.

VC Gotha – Hammelburg Volleys 3:0 (25:16, 25:21, 25:13).

Messi oder Milan? Griezmann oder Greinwald? Auf ihre selbst gestellte Frage gaben die Hammelburg Volleys auf ihrer Facebook-Seite gleich selbst die Antwort: Natürlich würde man den Lokalmatadoren den Vorzug geben, also lieber den Livestream aus Gotha sehen statt das Finale um die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Und in Sachen Show-Elemente hatten die Thüringer dem Publikum ja ebenfalls einiges anzubieten dank knallbunter LED-Anzeige rund ums Spielfeld.

Die Vorzeichen waren nicht die besten für die Saalestädter, die aufgrund einer Erkältungswelle nur ungenügend hatten trainieren können. Nils Rehmeier und Janick Sill mussten gänzlich passen, sodass Claudius Schübel aus der Bayernliga-Reserve erstmals im Zweitliga-Kader stand – und gleich von Beginn an ran durfte auf der Mittelblocker-Position. Außen vor blieben dafür bei den Gästen zunächst die Punkte-Garanten Branko Damjanovic und Moritz Rauber.

Auf Seiten des Gegners fehlte krankheitsbedingt ausgerechnet Hannes Krochmann, der in der vergangenen Saison noch das Trikot der Saalestädter trug. Beide Seiten hatten sich auf ein Wiedersehen gefreut.

Klare Vorteile für die Thüringer

Den besseren Start (8:4) im Spiel zweier punktgleicher Teams hatten vor immerhin etwa 120 Zuschauern die Gothaer, die zur zweiten technischen Auszeit (16:7) schon eine Vorentscheidung für den Gewinn des Auftakt-Satzes erzwungen hatten mit klaren Vorteilen in Angriff und Blockarbeit. Kurz nach Messis Führungstreffer für Argentinien hatten auch die Thüringer also Grund zum Jubeln. Grund genug für Volleys-Coach Philipp Fischer, nun Damjanovic aufs Feld zu zitieren – um kurz darauf verletzungsbedingt Milan Pajkic von der Platte nehmen zu müssen nach einem üblen Kopf-Treffer. Auch das noch…

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Ein Block von Zuspieler Lenny Fuchs bedeutete die 9:8-Führung der Unterfranken im offenen zweiten Satz, der dennoch knapp an die Thüringer ging, die von den letzten acht Partien gegen die Saalestädter nur eine hatten gewinnen können. Auch der Zuspieler-Wechsel von Fuchs zu Finn Jansen und die Einwechslung von Moritz Rauber hatten dies aus Hammelburger Sicht nicht verhindern können. 2:0 also, wie im fernen Katar, weil Di Maria für die Albiceleste zum 2:0-Pausenstand traf.

Jansen: ein gebrauchter Tag

Dann: Rauber wieder raus und keine große Hoffnung zurück, denn mal wieder legten die Blue Volleys vor (8:3) und hielten die Hammelburger fortan auf Distanz (16:10). Es ging schnell dahin, ganz im Gegensatz zu den Franzosen übrigens, die aus dem Nichts noch den doppelten Turnaround schafften mit einem Dreierpack ihres Superstars Mbappé – um dann doch im Elfmeterschießen zu verlieren. „Wir hatten von Anfang an keinen Zug und keine Konstanz im Spiel. Das war ein gebrauchter Tag, an dem wir zu vielen taktischen Umstellungen gezwungen waren. Mit nur drei gesunden Spielern hatten wir nicht den Hauch einer Chance“, konstatierte Hammelburgs Team-Manager Frank Jansen.

Verdacht auf Gehirnerschütterung

Also doch Messi statt Milan, denn Hammelburgs Mittelblocker war nach seinem „Abschuss“ gar nicht mehr aufs Feld gekommen, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung gar ins Krankenhaus gefahren werden, während Argentiniens Fußball-Gott den WM-Pokal in den katarischen Nachthimmel recken durfte. Weiter geht es für die Hammelburg Volleys erst wieder im neuen Jahr, und zwar am 14. Januar mit dem Punktspiel beim TSV Mühldorf. Das nächste Heimspiel findet am 21. Januar gegen den ASV Dachau statt.

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