Handball
Offensiv, spielfreudig, vogelwild
Im heimischen Hexenkessel wieder eine Macht: Der FC Bad Brückenau ließ dem TV Dettelbach am Wochenende keine Chance. Auch Routinier Oliver Hilbert-Probeck (Nr. 9) ist nach seiner langen Spielpause längst wieder ein Torgarant.
Im heimischen Hexenkessel wieder eine Macht: Der FC Bad Brückenau ließ dem TV Dettelbach am Wochenende keine Chance. Auch Routinier Oliver Hilbert-Probeck (Nr. 9) ist nach seiner langen Spielpause längst wieder ein Torgarant.
Sebastian Schmitt
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Bad Kissingen – Bad Brückenaus Männer freuen sich über einen Kantersieg, aber die Kulisse hätte größer sein dürfen. Die Nüdlinger kassieren überraschend ihre erste Saisonniederlage .

FC Bad Brückenau – TV Dettelbach 40:23 (19:10).

Gegen einen FC Bad Brückenau in ausgeprägter Spiellaune waren die Gäste komplett chancenlos. Erschwerend kam hinzu, dass der TV in diersem Bezirksliga-Spiel mit lediglich einem einzigen Auswechselspieler an die Sinn gereist war, während bei den Gastgebern die Bank diesmal ordentlich gefüllt war. Je länger das Match dauerte, desto angriffslustiger wurden die Sinnstädter sogar am eigenen Kreis, wo sie von einer ganz klassischen 6:0-Deckung bis hin zu einer total offensiv ausgerichteten 3:3-Deckung variierten, also im zweiten Durchgang sogar drei Spieler vom eigenen Kreis nach vorne schoben, um die Pässe der Dettelbacher vorzeitig abzufangen. Das war mitunter vogelwild anzusehen, doch die Gäste fingen sich durch das extrem offensive Abwehrverhalten der Sinnstädter tatsächlich den ein oder anderen Konter ein, den die FCler immer wieder in einen leichten Torerfolg ummünzen konnten.

Wertvolle Zeit für den Nachwuchs

Erneut schlug aufgrund der satten Vorsprungs die Stunde der Nachwuchsspieler, die gerade in den Bezirksoberliga-Zeiten nur selten die Chance hatten, ausreichend Spielminuten zu sammeln. Dass sich mit Steven Trotno und Patrick Lieb gleich zwei junge Spieler in die Torjägerliste eintragen durften, gehörte zweifellos zu den Highlights eines einseitigen Spiels, das die Bad Brückenauer durchgehend dominierten. Ebenfalls bemerkenswert: Michael Müller, der über viele Wochen pausieren musste, zog im Rückraum der Sinnstädter die Fäden und präsentierte sich torhungrig und durchsetzungsstark wie „in alten Zeiten“. Durch die zahlreichen personellen Wechsel im zweiten Durchgang ging der Spielfluss bei den Bad Brückenauern am Ende etwas flöten.

Die erschöpften Dettelbacher konnten daraus kein Kapital schlagen und präsentierten sich als ausgesprochen faire Verlierer. Die jungen Schiedsrichter Jonas Henneke und Heiko Schäfer hatten mit der Partie jedenfalls überhaupt keine Probleme, verzichteten weitgehend auf Zeitstrafen und hatten an dem temporeichen Geschehen auf der Platte sichtlich auch ihren Spaß. Schade nur, dass auf den Zuschauerrängen diesmal recht große Lücken klafften. Da hat man im Römershager Hexenkessel schon ganz andere Resonanz erlebt.bit

Tore für Bad Brückenau: Michael Müller (10), Simon Dietrich (8), Lukas Heil (5), Max Puschner (5), Sven Markovics (4), Oliver Hilbert-Probeck (4), Simon Weiner (2), Steven Trotno (1), Patrick Lieb (1).

MHV Schweinfurt II – DJK Nüdlingen 31:17 (16:8).

Autsch. Ihr erste Saisonniederlage kassierten die Nüdlinger in der Bezirksklasse. Eine schmerzhafte obendrein, denn für den Gegner waren es tatsächlich die ersten Punkte überhaupt. Und dass die Pleite derart hoch ausfiel, unterstreicht den schwarzen Sonntag für die Jugendkraft, die durch Jonas Rendl sogar in Führung gegangen war, ehe die mit einem Mini-Aufgebot angetretenen Schweinfurter ein Tor nach dem anderen erzielten und zur Pause bereits komfortabel in Führung lagen. Den hohen Vorsprung bauten die MHV-Cracks im zweiten Durchgang sogar noch aus. Warum diese Niederlage erwartbar war, erklärt Patrick Spiller. „Da wir erst in der neuen Saison als SG Nüdlingen/Münnerstadt den Aufstieg anstreben, ist es uns wichtig, unseren vielen jungen und unerfahrenen Spielern Spielpraxis zu verschaffen. Es finden sich leider kaum Gegner für Freundschaftsspiele, deswegen müssen wir diesen Weg gehen, damit die Jungs schnell dazulernen.“ Die Höhe der Niederlage hatte den Gästen aber doch etwas aufs Gemüt geschlagen. „Es haben zwar Leistungsträger gefehlt, aber die, die dabei waren, haben nicht ihren besten Tag erwischt. Das sind alles Erfahrungen, die wir mitnehmen müssen. Da müssen wir durch.“js

Tore für Nüdlingen: Jonas Rendl (3), Kai Kunzmann (3), Lucas Schäfer (2), Noah Rauch (2), Nicolas Feiler (2), Julius Rauch (2), Kilian Geßner (2), Vincent Przybilla (1).

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