Tischtennis
Die nächste knifflige Aufgabe für Ort und Co.
Yukiya Uda (im Bild) ist noch nicht wirklich beim TSV Bad Königshofen angekommen und hat bisher sechs seiner sieben Einzel verloren.
Yukiya Uda (im Bild) ist noch nicht wirklich beim TSV Bad Königshofen angekommen und hat bisher sechs seiner sieben Einzel verloren.
Rudi Dümpert
F-Signet von Rudi Dümpert Fränkischer Tag
Bad Königshofen im Grabfeld – Keine Zeit zum Nachkarten: Der TSV Bad Königshofen gastiert bereits am Mittwoch, 21. Dezember, in Mühlhausen.

Nach der 1:3-Niederlage am Samstag, die der Tabellenletzte FSV Mainz 05 dem nach oben schielenden TSV Bad Königshofen in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) versetzte, haben die Grabfelder nicht viel Zeit zum Nachkarten. Schon an diesem Mittwoch steht die Fahrt zum fränkisch-thüringischen Duell nach Mühlhausen an. Erster Ballwechsel ist um 18.30 Uhr gegen den Post SV Mühlhausen, der mit 10:8 Punkten zwei Minuszähler weniger hat als der TSV (10:10).

Nicht speziell wegen dieser Niederlage, sondern grundsätzlich meint Kilian Ort hierzu: „Es ist eine der schwersten Aufgaben bei unseren Freunden in Mühlhausen. Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die nicht von ungefähr im Halbfinale der europäischen Championsleague steht, in der sie seit mehreren Jahren mitspielen. In der TTBL haben sie in den letzten Wochen auch ordentlich Fahrt aufgenommen. Wir wissen, was auf uns zukommen wird und dem Yukiya werden wir das auf jeden Fall noch erzählen.“

Kilian Ort zweifelt nicht

Mit seinen 26 Jahren ist der Ur-Königshöfer reif und erfahren genug, dass man nach einer solchen Niederlage den Kopf nicht in den Sand stecken und an sich zweifeln darf. „Wir haben in den letzten Wochen in einigen Spielen auch das Glück auf unserer Seite gehabt und jetzt etwas unglücklich verloren.“ Was besonders auf ihn selber zutrifft, hat er sich doch mit dem 13:2-Bilanz-Japaner Yuto Muramatsu ein Weltklasse-Duell auf Augenhöhe geliefert, 2:0 nach Sätzen geführt und im fünften Satz bei 10:10 einen kombinierten Netzroller-Tischkanten-Ball zum Matchball gegen statt für sich hinnehmen müssen. Ein paar Sekunden später war das Spiel weg und damit die Chance, das Fundament für einen Heimsieg zu erstellen.

Als Teamplayer und Führungsspieler äußerte Ort kein Wort der Kritik an seinem Mitspieler Yukiya Uda, der, für viele Außenstehende in fahrlässiger Weise nach schneller und leicht aussehender 2:0-Satzführung sein Einzel gegen Luka Mladenovic noch verlor. Viele Zuschauende verließen hinterher kopfschüttelnd die Halle. Materialspieler hin oder her. „Wer zwei Sätze so klar dominiert, darf als Nummer 23 der Weltrangliste nicht so aus den Pantoffeln kippen“, war zu hören.

Gestiegene Ansprüche im Grabfeld

Erstmals wurde auch die Aufstellungsfrage gestellt. Ob Filip Zeljko nicht eine Alternative gewesen wäre. Und ob man Uda nicht besser gegen seinen Landsmann Muramatsu hätte stellen sollen. Der TSV Bad Königshofen hat nicht zum ersten Mal verloren und in den vergangenen Jahren auch schon zweimal gegen Tabellenletzte (Grenzau und Bad Homburg) verloren. Aber noch nie war die Enttäuschung so groß wie am Samstag.

Dass die Ansprüche im Grabfeld gestiegen sind, dafür hat das Team mit teils überragenden Leistungen in den letzten Wochen selbst gesorgt. Yukiya Uda saß nach seiner Niederlage jedenfalls wie ein Häuflein Elend hinter der Bande. Sechs Niederlagen in sieben Einzeln sind nicht spurlos an seinem Nervenkostüm, der Uniform aller Tischtennis-Profis, vorübergegangen. Kilian Ort hat seine Balance indes nicht verloren: „Es ist kein Beinbruch. Es war zwar nicht eingeplant, dass wir verlieren, ist aber auch keine Mega-Sensation, weil wir wussten, dass Muramatsu zwei Punkte machen kann. Dann ist man halt in den anderen drei Spielen ziemlich unter Druck.“

Mühlhausen, schätzt er, werde mit Daniel Habesohn, Ovidiu Ionescu und Steffen Mengel spielen und habe ziemlich viele Aufstellungsmöglichkeiten. „Sie spielen in ihrer Halle noch einmal einen Tick besser als auswärts. Zudem haben sie drei arrivierte Bundesligaspieler, die seit Jahren positive Bilanzen haben. Dazu noch den jungen Koreaner Kim Tae Yun. Und sie haben keinen dabei, der vielleicht etwas abfällt. Da muss jeder von uns, wer auch immer aufgestellt wird, eine Top-Leistung bringen, um bestehen zu können.“

 

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