Fußball
FC Coburg: Neun-Tore-Spektakel ohne Happy End
Frust nach einem der fünf Coburger Gegentore bei René Knie (links) und Ricardo König.
Frust nach einem der fünf Coburger Gegentore bei René Knie (links) und Ricardo König.
Foto: Hagen Lehmann
Coburg – Die Vestekicker leisten sich auch gegen Primus TuS Röllbach haarsträubende Abwehrfehler und werden mit vier Gegentoren in Halbzeit 1 kalt erwischt.

In einem sehenswerten Duell der Aufstiegsrunde der Fußball-Landesliga Nordwest von hohem Unterhaltungswert mit neun Treffern hat der FC Coburg im Dr.-Stocke-Stadion gegen TuS Röllbach mit 4:5 (1:1) verloren. Die Überraschungsmannschaft aus dem Spessart rangiert weiterhin auf Rang 1 der Meisterrunde-Tabelle. Die Vestekicker verpassten mit dieser Niederlage die Chance, sich auf einen anvisierten Platz im Mittelfeld des Klassements emporzuarbeiten.

Landesliga NW, Meisterrunde

FC Coburg – TuS Röllbach 4:5 (1:4)

Die Coburger hatten sich ihr Scheitern selbst zuzuschreiben, weil sie wie schon am vergangenen Mittwoch beim enttäuschenden 2:2 gegen den FC Fuchsstadt sich in der Defensive haarsträubende Fehler leisteten. Mut für die verbleibenden acht Punktspiele macht das Potenzial der Offensivabteilung, die mit technisch versierten Akteuren gesegnet ist. Diese verstanden es gegen die TuS-Kicker, über die Außenbahnen effektiv zu kombinieren und Druck aufzubauen. Die Gäste, die bislang in neun Begegnungen im Rennen um die Titelvergabe erst acht Gegentreffer kassierten, hatten es am Ende in erster Linie ihrem starken Torwart Kevin Fischer zu verdanken, dass sie ungeschoren über die Runden kamen. Auf der Gegenseite erwies sich der talentierte Keeper Luis Krempel diesmal als Achillesferse. Drei Tore der Unterfranken gingen auf seine Kappe.

FCC-Torwart Luis Krempel erwischte nicht seinen besten Tag.
FCC-Torwart Luis Krempel erwischte nicht seinen besten Tag.
Foto: Hagen Lehmann

FCC-Trainer Lars Müller skizzierte die Mankos wie folgt: „Wir sind durch vier individuelle Fehler fast aussichtslos in Rückstand geraten. Wir fanden mehrfach keinen Zugriff auf unsere Gegenspieler. Zu oft wollten wir zu viel rein spielerisch lösen. Als die Gäste mit Mann und Maus ihren Vorsprung verteidigten, haben wir Moral gezeigt und fast noch die Wende geschafft.“

Sein Gegenüber Simon Goldhammer wertete das Geschehen über die gesamte Distanz als Wechselbad der Gefühle. „Wir befanden und vermeintlich schon auf der sicheren Seite, als wir in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit mit dem 1:4 einen Nackenschlag erhielten. Weil Coburg gleich nach dem Wiederanpfiff nachlegte, gerieten wir in Schwierigkeiten. Was sich dann abspielte, entpuppte sich für uns als Tanz auf der Rasierklinge“, bekannte er.

Wieder hat es im Coburger Tor geklingelt.
Wieder hat es im Coburger Tor geklingelt.
Foto: Hagen Lehmann

Direkt verwandelter Eckball

Die ersten Spielminuten gehörten den Hausherren. Eine Flanke von Kevin Hartmann (5.) nahm Ricardo König volley, scheiterte aber am glänzend reagierenden Fischer ebenso wie Aykut Civelek wenig später. In der zehnten Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Gökhan Sener foulte nach Zuordnung im eigenen Strafraum Till Link. Den Foulelfmeter versenkte Robin Karch eiskalt zum 0:1. In der Folgezeit hatte sein Gegenspieler Davide Dilauro mehrfach Mühe, ihn zu stoppen. Eine Rarität war das 0:2 durch einen direkt verwandelten Eckball von Mario Ackermann (29.). Beim 0:3 durch Noah Markert (37.) fälschte Ricardo König den Ball unglücklich ins eigene Tor ab. Beim 0:4 überlupfte der Röllbacher Goalgetter Alexander Grimm (43.) den viel zu weit vor seinem Gehäuse postierten Krempel aus 40 Metern. Per Kopf zeichnete sich Gökhan Sener für den 1:4-Pausenstand verantwortlich.

Rückkehrer Sertan Sener (Mitte) traf zweimal für die Coburger.
Rückkehrer Sertan Sener (Mitte) traf zweimal für die Coburger.
Foto: Hagen Lehmann

Im Durchgang Nummer 2 präsentierten sich Civelek und Sertan Sener als die Initiatoren der Aufholjagd. Eine Flanke von Rene Knie verwandelte Sener (48.) überlegt zum 2:4. Der nach einer Verletzungspause wieder erstarkte Tevin McCullough (57.) stocherte die Kugel aus nächster Distanz zum 3:4 ins Tor. In einer Phase, in der die Röllbacher von einer Schwierigkeit in die andere taumelten, holte Fabian Wolf (73.) bei einem klassischen Konter zum 3:5-Gegenschlag aus. Die erneute Antwort zum 4:5-Endstand durch Sertan Sener (88.), der zum besten Akteur der Heimelf avancierte, kam zu spät. Am Ostersonntag bietet sich dem FC Coburg beim ebenfalls zu den Topteams der Liga zählenden Team von SV Alemannia Haibach die Gelegenheit, diese Scharte auszuwetzen. haze

Die Statistik zum Spiel

FC Coburg: Krempel – Weinreich, Alles, Dilauro, Knie, S. Sener, Hartmann (72. Sam), Civelek, G. Sener (77. Baur), König, McCullough / TuS Röllbach: Fischer – Bundschuh (85. Gehringer), Karch, Hagendorf, Ackermann (61. Thorwart), Scherg (90. Stapf), Wolf, Grimm, Link (80. Naun), Niesner, Markert / Schiedsrichter: Peplinski (Nürnberg) / Zuschauer: 100 / Tore: 0:1 Karch (10., Foulelfmeter), 0:2 Ackermann (29.), 0:3 Markert (37.), 0:4 Grimm (43.), 1:4 G. Sener (45.), 2:4 S. Sener (48.), 3:4 McCullough (57.), 3:5 Wolf (73.), 4:5 S. Sener (88.)

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