Eishockey
Tigers feiern ersten Sieg unter Vorderbrüggen
Der erst kürzlich nachverpflichtete Branden Gracel (rechts) holt sich die Scheibe vom Krefelder Tom-Eric Bappert.
Der erst kürzlich nachverpflichtete Branden Gracel (rechts) holt sich die Scheibe vom Krefelder Tom-Eric Bappert.
Foto: Peter Mularczyk
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Bayreuth – Die Bayreuth Tigers haben ihre schwarze Serie von zehn Niederlagen in Serie beendet. Gegen den DEL-Absteiger aus Krefeld siegten sie nach einem 1:3-Rückstand noch 4:3 nach Verlängerung.

Große Erleichterung bei Marc Vorderbrüggen: Nach acht Niederlagen durfte er endlich seinen Premierensieg als Chefcoach der Bayreuth Tigers feiern. Und der klappte ausgerechnet gegen den klar favorisierten DEL-Absteiger Krefeld Pinguine.

„Es ist schön, endlich mal gewonnen zu haben. Wir haben von Anfang an gutes Eishockey gespielt. Bei Fünf gegen Fünf können wir mit jeder Mannschaft mithalten, haben aber dann zwei dumme Tore in Unterzahl bekommen. Wichtig ist, dass wir uns zum Schluss zurückgekämpft haben. Großen Respekt an meine Mannschaft dafür. Es ist aber nur ein Sieg. Wir müssen so am Freitag in Freiburg weitermachen“, sagte Coach Vorderbrüggen.

„Es war nicht das Spiel, das wir uns vorgestellt haben. Wir bekommen derzeit unser Eishockey nicht aufs Eis. Wenn man 3:1 führt, sollte man diesen Vorsprung eigentlich über die Zeit bringen. Am Ende hat Bayreuth die Punkte verdient“, sagte Gästetrainer Peter Draisaitl.

Der Bayreuther Jan-Luca Schumacher (rechts) geht der Scheibe aus dem Weg, die auf den Kasten von  Hendrik Hane abgefeuert wurde.
Der Bayreuther Jan-Luca Schumacher (rechts) geht der Scheibe aus dem Weg, die auf den Kasten von Hendrik Hane abgefeuert wurde.
Foto: Peter Mularczyk

DEL 2

Bayreuth Tigers – Krefeld Pinguine 4:3 nach Verlängerung 

(1:2, 0:1, 1:0/1:0)

Bei Bayreuth fehlten Sami Blomqvist, der als überzähliger Ausländer aussetzen musste – für ihn lief Philippe Cornet auf –, Steinhauer, Ewanyk und Mieszkowski.

Als Kretschmann die erste Strafe der Partie nahm, gingen die Gäste prompt in Führung. Müller, den man freie Schussbahn gestattete, versenkte die Scheibe aus dem Halbfeld im Powerplay. Bayreuth wollte den Rückstand schnell korrigieren. Gracel und kurz darauf Cornet verpassten nur knapp den Ausgleich. Als Kretschmann nach sieben Minuten die Scheibe knapp neben das Tor setzte, die Tigers sich das Spielgerät wieder holten und Bindels den in der Mitte lauernden Kretschmann bediente, traf dieser zum 1:1.

In der Folge hielten sich die Möglichkeiten die Waage. Erst eine erneute Hinausstellung auf Seiten der Tigers, als Schumacher für zwei Minuten zusehen sollte, brachte wieder ein Erfolgserlebnis für die Pinguine. Genau 19 Sekunden benötigten die Gäste zum Treffer, den Miller aus kurzer Distanz – auf Zuspiel von hinter dem Tor durch Mouillierat – verbuchen konnte.

Bissig agierten die Tigers wie hier Dani Bindels (Mitte) gegen die Krefelder (links Maximilian Söll).
Bissig agierten die Tigers wie hier Dani Bindels (Mitte) gegen die Krefelder (links Maximilian Söll).
Foto: Peter Mularczyk

Im Mittelabschnitt stellten sich die wenig souveränen Schiedsrichter in den Vordergrund. Strafen, die wenig nachvollziehbar waren, Abseitsentscheidungen, die man diskutieren darf, oder ein Abpfeifen eines „Angriffs“ von Gracel Richtung eigenes Tor waren ein Ärgernis für die Tigers und ihre Fans.

Eine dieser Entscheidungen, als der Schläger von Stephan beim Gegner eingeklemmt wurde, der Tigers-Akteur hierfür aber auf die Strafbank wanderte, zwang die Tigers im Anschluss zu einem Unterzahlspiel, das man als gelungen bezeichnen darf. Man verteidigte die Angriffe sauber und kam durch Järveläinen selbst zu einer guten Gelegenheit. So gut man die Bayreuther diese Phase überstanden, so unglücklich agierten sei kurz nach der Hälfte des Spiels. Als sie sich einen kapitalen Abwehrfehler leisteten, nutzte dies Krefeld sofort aus und kam durch Krymskiy zum 1:3. Im Anschluss machten die Gastgeber weitgehend das Spiel, konnten allerdings ihre Möglichkeiten nicht verwerten. Dies fand bei einem Überzahlspiel ihren Höhepunkt, als zunächst Cornet den Pfosten anvisierte, Meier knapp vorbei zielte, Gracels Gewalt-Schuss von Hane entschärft wurde und Järveläinen Zentimeter am Tor vorbeischoss.

Tumult vor dem Krefelder Tor, in das  Hüter Hendrik Hane vom Bayreuther Tobias Meier gedrängt wird.
Tumult vor dem Krefelder Tor, in das Hüter Hendrik Hane vom Bayreuther Tobias Meier gedrängt wird.
Foto: Peter Mularczyk

Energisches Nachsetzen von Schumacher und Raab brachte den schnellen Anschlusstreffer durch Roach im Schlussdrittel. Er hatte eine weitere gute Möglichkeit, die jedoch bei Hane landete. Als der Bayreuther Schumacher für zwei Minuten zusehen musste, konnten die Gäset nochmals massiv Druck ausüben. Mehrfach visierten die Jungs vom Niederrhein das von Schmidt gehütete Tor an – mehr als ein Pfostentreffer sollten jedoch nicht herausspringen.

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Etwa 80 Sekunden vor der Schlusssirene nahm Coach Vorderbrüggen Schmidt für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Fischer zog kurz darauf eine Strafe, sodass man mit zwei Mann mehr auf dem Eis agieren konnte. Dies nutzte der auf der halblinken Position freigespielte Järveläeinen 28 Sekunden vor Ende zum Ausgleich und sicherte damit seinen Jungs einen Punkt und die Verlängerung.

Philippe Cornet verteidigt den Puck gegen den Krefelder Pascal Zerressen.
Philippe Cornet verteidigt den Puck gegen den Krefelder Pascal Zerressen.
Foto: Peter Mularczyk

In dieser musste der erfahrenste Akteur im Line-Up der Pinguine, Marcel Müller, auf die Strafbank, was zu einer 4:3-Überzahl für Bayreuth führte. Beinahe aus der gleichen Position wie beim Ausgleich, war es erneut der Bayreuther Top-Scorer Järveläinen, der sich ein Herz fasste und den vielumjubelten Siegtreffer auf die Anzeigentafel schreiben konnte.

Tore: 0:1 (4.) Müller (Magwwod, Zerressen) PP1, 1:1 (7.) Kretschmann (Bindels, Kurz), 1:2 (18.) Miller (Mouillierat, Magwood) PP1 1:3 (31.) Krymskiy (Weiß, Koch), 2:3 (43.) Roach (Raab, Schumacher), 3:3 (60.) Järveläinen (Gracel, Raab) PP1, 4:3 (61.) Järveläinen (Nikkilä, Kretschmann) PP1

Zuschauer: 934

Strafminuten: 10 /8

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