Fußball
Effektives Aue verpasst Bayreuth ein Veilchen
Paul-Philipp Besong (Mitte) auf dem Weg zum 3:0 für Erzgebirge Aue: Der Angreifer umkurvt SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe und lässt sich auch vom Trikotziehen von Felix Weber nicht aufhalten.
Paul-Philipp Besong (Mitte) auf dem Weg zum 3:0 für Erzgebirge Aue: Der Angreifer umkurvt SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe und lässt sich auch vom Trikotziehen von Felix Weber nicht aufhalten.
Eibner-Pressefoto/Bert Harzer
Jannik Reutlinger von Jannik Reutlinger Fränkischer Tag
Aue – Im Schneetreiben von Aue passen für die SpVgg Bayreuth Aufwand und Ertrag nicht zusammen. Der Zweitligaabsteiger spielt nicht besser, nutzt seine Chancen aber eiskalt.

Was für ein gebrauchter Nachmittag für die SpVgg Bayreuth: Die Oberfranken haben nach dem Heimsieg gegen Borussia Dortmund II einen Rückschlag im Abstiegskampf der 3. Liga hinnehmen müssen. Bei Erzgebirge Aue machte die Mannschaft von Trainer Thomas Kleine kein schlechtes Spiel und verliert dennoch deutlich mit 0:4.

„So eine Niederlage ist bitter“, sagte Kleine bei Magentasport. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Aue hat zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Nach dem 0:3 zur Pause war es unglaublich schwer.“

3. Liga

Erzgebirge Aue – SpVgg Bayreuth 4:0 (3:0)

Wenn Mannschaften aus dem Tabellenkeller aufeinandertreffen, sind diese Spiele meist vom Kampf geprägt. So verhielt es sich auch im Erzgebirgsstadion. Kein Wunder: Auf dem schneebedeckten und rutschigen Untergrund taten sich sowohl Aue als auch Bayreuth schwer, den Ball sauber zu spielen und zu kontrollieren. Auch die seit Freitag laufende Rasenheizung leistete den Spielern nicht die erhoffte Unterstützung.

Das Geschehen auf dem Platz hielt sich spielerisch zwar die Waage, es gab allerdings einen eklatanten Unterschied zwischen den Veilchen und der Altstadt. Die Gastgeber präsentierten sich abgezockt vor dem Tor und verwerteten ihre Chancen gnadenlos.

Dabei waren die Bayreuther zur Halbzeit keinesfalls drei Tore schlechter als die Sachsen. Denen gehörte die Anfangsphase, in der sie viel Ballbesitz hatten und den ersten Warnschuss durch Linus Rosenlöcher abgaben. Danach verbuchten die Oberfranken jedoch mehr Spielanteile und hatten durch Eroll Zejnullahu und Alexander Nollenberger zwei gefährliche Distanzschüsse.

Aue schlägt während Bayreuther Drangphase zu

Just in die SpVgg-Drangphase schlugen die Gastgeber zu. Antonio Jonjić gewann erst den Pressschlag gegen Edwin Schwarz und tunnelte im Anschluss noch SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe (23.). Da es weiter unaufhörlich schneite, musste Schiedsrichter Benjamin Cortus nach dem 1:0 erst einmal die Linien freischaufeln lassen. Dabei half auch Aues Keeper Martin Männel mit.

Die Altstädter zeigten sich vom Gegentreffer unbeeindruckt und blieben ihrem Spiel treu. Dennoch lief die Partie aus Bayreuther Sicht in die falsche Richtung, da die Veilchen durch das Tor wieder mehr Sicherheit bekamen und weiter effektiv blieben. Eine Eckballvariante, die Korbinian Burger vollendete (38.), bescherte Aue das 2:0. Mit dem Pausenpfiff setzte Paul-Philipp Besong nach einem Konter noch einen drauf (45.+3).

„Wir waren gut im Spiel. Dann läuft es so unglücklich und wir wissen gar nicht, warum wir mit 0:3 hinten liegen“, hatte SpVgg-Geschäftsführer Jörg Schmalfuß in der Halbzeitpause bei Magentasport keine Erklärung für das deutliche Ergebnis parat.

Viel Schnee im Erzgebirgsstadion

Der zweite Abschnitt startete aufgrund des Schneefalls, die Spielfeldlinien mussten orange nachgefärbt werden, mit etwas Verzögerung. Gleich nach dem Seitenwechsel jagte Besong den Ball über das Bayreuther Tor und verpasste damit die Vorentscheidung.

Danach zog sich die Heimelf zurück, ließ die Altstadt kommen und lauerte auf Konter. Die Oberfranken probierten alles, unter anderem ein Dreifachwechsel sollte für mehr Gefahr vor dem Tor von Männel sorgen. Mehr als ein Lattenknaller von Dennis Lippert nach gut einer Stunde sprang allerdings nicht heraus.

Den Bayreuthern fehlte an diesem Tag auch das nötige Glück. Das hatten dafür die Gastgeber, die mit dem 4:0 eine Viertelstunde vor dem Ende den Sack zumachten. Dass der Schuss von Dimitrij Nazarov erst von Lippert abgefälscht und anschließend am Innenpfosten landete, bevor er ins Tor ging, passte ins Bild.

Aues Trainer Pavel Dotchev gelang damit nach dem Sieg in Ingolstadt ein gelungenes Heimcomeback. Der Lohn für die Sachsen ist der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. „Wir waren sehr effizient“, sagte der Bulgare, der wusste, dass es ein hartes Stück Arbeit war. „Die Bayreuther haben nicht aufgegeben. Sie sind eine Mentalitätsmannschaft, das haben sie heute bestätigt. Ich bin glücklich, dass wir ein so schweres Spiel für uns entschieden haben.“

Statistik des Spiels

Erzgebirge Aue: Männel – Danhof, Burger, Majetschak, Rosenlöcher, Schreck (83. Sorge), Schikora (83. Gorzel), Sijaric (69. Taffertshofer), Nazarov (77. Tashchy), Besong (69. Huth), Jonjić

SpVgg Bayreuth: Kolbe – Heinrich (57. Hemmerich), F. Weber, Schwarz, Lippert, Kirsch, Latteier (72. Groiß), Zejnullahu (57. Stockinger), Nollenberger, George (72. Steininger), Ziereis (57. Maderer)

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz)

Zuschauer: 7378

Tore: 1:0 Antonio Jonjić (23.), 2:0 Korbinian Burger (38.), 3:0 Paul-Philipp Besong (45.+3), 4:0 Dimitrij Nazarov (76.)

Tabelle der 3. Liga

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