Fußball
Regionalliga: SpVgg Bayreuth meldet sich zurück
Altstädter Freudentaumel: Viermal durften die Bayreuther gegen Viktoria Aschaffenburg jubeln. Tim Danhof (rechts vorne) legte zwei Treffer auf.  Stefan Maderer (rechts oben) traf zum 2:0.
Altstädter Freudentaumel: Viermal durften die Bayreuther gegen Viktoria Aschaffenburg jubeln. Tim Danhof (rechts vorne) legte zwei Treffer auf. Stefan Maderer (rechts oben) traf zum 2:0.
Foto: Peter Mularczyk
Bayreuth – Die SpVgg Bayreuth wahrt mit Kantersieg gegen Aschaffenburg die Chance auf den Aufstieg in die 3. Liga. 250 Fans bringen ein Stück Normalität zurück.

Musik dröhnt aus den Boxen, Stadionsprecher Christian Höreth schreit sich die Seele aus dem Leib. Es ist 18.26 Uhr, als die erste Elf der SpVgg Bayreuth den Rasen des Hans-Walter-Wild-Stadion betritt. Die Altstädter empfangen Viktoria Aschaffenburg in den Regionalliga-Play-offs. 250 Zuschauer auf der Tribüne stehen auf und applaudieren. Ein Stück Normalität ist zurück. Fußball mit Fans.

Regionalliga: Nur ein Sieg hilft weiter

Die Ausgangslage aus Bayreuther Sicht ist klar: Nur mit einem Sieg wahrt die SpVgg die Chancen auf einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga. SpVgg-Trainer Timo Rost wechselte im Vergleich zum 1:2 in Schweinfurt dreimal. Für Patrick Weimar, Alexander Nollenberger und Johannes Golla waren Markus Ziereis, Alexander Piller und Philip Messingschlager von Beginn an dabei. Rosts Gegenüber Jochen Seitz verzichtete dagegen auf seine etatmäßigen Angreifer Egson Gashi und Raffael Cvijetkovic in der Startformation.

Die Partie war keine zwei Minuten alt, da hallten erste „Oldschdod, Oldschdod“-Rufe durch das Stadion. Ob gewonnener Zweikampf, ein gelungener Pass oder eine vermeintliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters: Die Fans bejubelten, beklatschten und beklagten das Geschehen auf dem Rasen lautstark.

Viktoria Aschaffenburg dominiert die Anfangsphase

Dabei sahen die SpVgg-Anhänger eine Anfangsphase, in der die Gäste tonangebend waren. Die Aschaffenburger attackierten früh und zwangen die Bayreuther immer wieder zu Fehlern. Nach einer Eckballvariante hatte Marcel Schelle den ersten nennenswerten Torschuss (10.). Fünf Minuten später hätte sich die Viktoria beinahe belohnt. Roberto Desch brach über die linke Seite durch und hatte den Führungstreffer auf dem Fuß, den SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe im letzten Moment noch verhinderte.

Bayreuth kommt besser ins Spiel

In der Folge fanden die Bayreuther besser ins Spiel. Nach einem langen Ball tauchte Ziereis allein vor Viktoria-Schlussmann Kevin Birk auf, doch der Angreifer brachte den Ball nicht im Tor unter. Es war der Auftakt in eine starke Phase der Bayreuther. Die Zuschauer feierten weiter jede gelungene Aktion. Besonders laut wurde es, als Edwin Schwarz nach einer Ecke von Kapitän Ivan Knezevic zum 1:0 für die Altstadt einköpfte (25.).

Tim Danhof (links) bejubelt mit Edwin Schwarz dessen Treffer zum 1:0.
Tim Danhof (links) bejubelt mit Edwin Schwarz dessen Treffer zum 1:0.
Foto: Peter Mularczyk

Die Bayreuther blieben danach am Drücker. Tim Danhof und Ziereis verbuchten Halbchancen (32., 37.). Den Torschrei schon auf den Lippen hatten die Fans, als Ziereis nach einer Danhof-Flanke nur den Pfosten traf (44.). Besser machte es kurz vor der Pause Stefan Maderer. Der Angreifer schloss einen mustergültig vorgetragenen Konter über Alexander Piller und Ziereis mit dem 2:0 ab (44.).

Gleich steht es 2:0: Stefan Maderer muss nur noch einschieben.
Gleich steht es 2:0: Stefan Maderer muss nur noch einschieben.
Foto: Peter Mularczyk
Anschließend durfte Stefan Maderer zum Jubeln abdrehen. Vorlagengeber Tim Danhof (links) ist wieder der erste Gratulant.
Anschließend durfte Stefan Maderer zum Jubeln abdrehen. Vorlagengeber Tim Danhof (links) ist wieder der erste Gratulant.
Foto: Peter Mularczyk

SpVgg Bayreuth: Jubel schon zur Halbzeit

Als Schiedsrichter Martin Speckner zur Halbzeit pfiff, hätte der neutrale Zuschauer denken können, die Bayreuther hätten die drei Punkte schon auf dem Konto. So frenetisch bejubelten die Anhänger ihre Mannschaft. Stadionsprecher Höreth tat sein Übriges.

Kurz nach Wiederbeginn hatten die Fans erneut Grund zum Jubeln. Das 3:0 brachte die Bayreuther endgültig auf die Siegerstraße. Der auffällige Danhof bediente über die linke Seite Ziereis, der in der Mitte nur den Fuß hinzuhalten brauchte (50.).

Das 3:0: Stefan Ziereis verwertete kurz nach der Pause eine Flanke von Tim Danhof.
Das 3:0: Stefan Ziereis verwertete kurz nach der Pause eine Flanke von Tim Danhof.
Foto: Peter Mularczyk

Harmlose Aschaffenburger

Mit der beruhigenden Führung im Rücken kehrte bei der SpVgg die spielerische Sicherheit zurück, die im ersten Durchgang phasenweise fehlte. Die Viktoria ging folglich mehr ins Risiko, wodurch sich für die Bayreuther sich immer wieder Lücken ergaben. Es fehlte noch die letzte Konsequenz, die Partie endgültig zu entscheiden. Danhof vergab die Chance auf einen eigenen Treffer, als er seinen Meister in Birk fand (75.). Dramatisch war das jedoch nicht, da die Aschaffenburger ihrerseits kaum einmal gefährlich vor das SpVgg-Tor kamen.

So war es schließlich die Heimelf, der der vierte Treffer gelang. Danhof legte für Marcel Götz auf, der aus halblinker Position links unten traf (78.). Es war der Schlusspunkt eines Abends, bei dem die 250 Anhänger ihr Kommen nicht bereut haben. Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Fans die Mannschaft.

Die Bayreuther haben nun bis Samstag Zeit, sich zu erholen, ehe das Rückspiel gegen Schweinfurt ansteht.

Die Statistik zum Spiel

SpVgg Bayreuth: Sebastian Kolbe – Philip Messingschlager, Tobias Weber (46. Steffen Eder), Edwin Schwarz, Marcel Götz, Chris Wolf, Alexander Piller (66. Alexander Nollenberger), Tim Danhof (80. Patrick Weimar), Stefan Maderer (80. Tim Sulmer), Markus Ziereis (66. Anton Makarenko), Ivan Knezevic.

Viktoria Aschaffenburg: Kevin Birk – Hamza Boutakhrit, Simon Schmidt, Luca Dähn, Ugurtan Kizilyar (22. Daniel Cheron), Tom Schulz (59. Raffael Cvijetkovic), Roberto Desch (75. Egson Gashi), Philipp Beinenz (59. Niklas Borger), Benjamin Baier, Marcel Schelle, Elias Niesigk (75. Nick Förster).

Schiedsrichter: Martin Speckner (SG Schloßberg) / Zuschauer: 250 / Tore: 1:0 Schwarz (25.), 2:0 Maderer (44.), 3:0 Ziereis (50.), 4:0 Götz (78.) / Gelbe Karten: Wolf, Makarenko / Niesigk, Schulz, Boutakhrit.

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