Fußball
SC Eltersdorf: Elfmeter und Gelb-Rot zum Auftakt
Eichstätts Kapitän Philipp Federl (rechts, gegen Eltersdorfs Jens Wartenfelser) war mit drei Treffern gegen die Quecken der Spieler des Spiels.
Eichstätts Kapitän Philipp Federl (rechts, gegen Eltersdorfs Jens Wartenfelser) war mit drei Treffern gegen die Quecken der Spieler des Spiels.
Foto: Sportfoto Zink
Eltersdorf – Der Regionalliga-Auftakt des SC Eltersdorf gegen Eichstätt geht mit 0:3 in die Hose. Doch so klar, wie es das Ergebnis sagt, war das Spiel nicht.

Samstagnachmittag, kurz vor 17 Uhr. In Eltersdorf setzt leichter Nieselregen ein. Bratwürste brutzeln auf dem Grill. Immer wieder weht eine Duftwolke des Grillguts an den 550 Zuschauern vorbei. Es ist angerichtet für den ersten Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern. Der SC Eltersdorf empfängt den VfB Eichstätt zum Auftakt. Doch der Beginn verläuft in beiden Halbzeiten völlig unglücklich für die Quecken.

„Es freut uns sehr, dass wir endlich wieder Fußball spielen konnten“, sagt Trainer Markus Mattes nach dem 3:0-Sieg seines VfB über den SCE. Diese Meinung teilt sein Gegenüber, Bernd Eigner: „Wir freuen uns, wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen.“ Diese sehen nach zwei Minuten, wie Thomas Dotterweich den Eichstätter Julian Kügel im Strafraum foult. Es gibt Elfmeter für den Gast. Der Kapitän nimmt es selbst in die Hand: Philipp Federl tritt an und trifft ins linke Eck zum 1:0.

Die Quecken müssen sich erst einmal sammeln, Eichstätt geht gleich aggressiv gegen Gegner und Ball. Doch so viel spielstärker zeigt sich der Gast im Verlauf der Partie nicht. Die Spielzüge wirken einstudierter, aber der SCE hält gut mit. Nur das Ergebnis passt in der ersten Hälfte nicht.

Laurin Klaus scheitert am Keeper

Ein Freistoß der Hausherren wird abgefälscht. Tim Sulmer tritt zur Ecke an, die zwar kein Tor einbringt, aber Ballbesitz und Zeit für Eltersdorf (13.). Die beste Chance zum Ausgleich hat Laurin Klaus in der 17. Minute. Doch Keeper Felix Junghan verhindert das 1:1 mit einem starken Reflex.

Nun werden die Fans mit jedem Pfiff gegen die Quecken unruhiger. Denn sie sehen, dass ihre Mannschaft mithalten kann. Im Sturm der Eichstätter steht mit Tobias Stoßberger zwar ein Arbeiter, der sich ständig freiläuft. Aber er ist meist allein, wenn er den Ball hat. Die Abwehr hat ihn im Griff. Kurz vor dem Pausenpfiff klärt Maximilian Göbhardt ohne Foul gegen Stoßberger vor Torwart Tugay Akbakla.

„Mit der ersten Halbzeit kann man zufrieden sein. Der letzte Drücker fehlt“, sagt Heinz Betzelt, ehemaliger Jugendtrainer und 2. Vorstand der Quecken, in der Pause. „Wir können nicht erwarten, dass wir Eichstätt in Grund und Boden spielen.“

Wieder ein Fehler zu Beginn

Er und die anderen haben ein Déjà-vu zu Beginn der zweiten Hälfte: Thomas Dotterweich sieht nach einem zu harten Einsteigen die zweite gelbe Karte und muss mit Gelb-Rot vom Feld (49.). Bernd Eigner stellt hinten auf eine Dreier-Kette um. Kurz darauf hat Stoßberger die vorzeitige Entscheidung auf dem Fuß, als er allein auf Akbakla zuläuft. Doch er schießt knapp über das Tor.

Thomas Dotterweich muss nach seiner gelb-roten Karte kurz nach Beginn der zweiten Spielhälfte von außen zusehen.
Thomas Dotterweich muss nach seiner gelb-roten Karte kurz nach Beginn der zweiten Spielhälfte von außen zusehen.
Foto: Sportfoto Zink

Die Sonne kämpft sich durch die Wolkendecke, Eltersdorfs Keeper hält sich immer wieder den Arm vor das Gesicht. Und obwohl die Quecken nur noch zu zehnt sind, stecken sie nicht auf und verschaffen sich Tormöglichkeiten. Einen Freistoß der Eltersdorfer packt Junghan erst im Nachfassen (59.). Vorne verstolpert der agile Tim Sulmer einen Ball (61.). Ein Freistoß von Sulmer geht an die Latte (66.).

Doch was folgt ist der Genickstoß für Eltersdorf. Fabian Neumayer flankt von rechts, Philipp Federl hält den Kopf hin – 2:0 (69.). „Unsere wenigen Chancen haben wir nicht verwertet“, sagt Heinz Betzelt. Und muss das 3:0 hinnehmen: wieder ist es Federl, der per Kopfball trifft (77.).

Die Cleverness siegt

„Wir müssen lernen, dass Fehler in der Regionalliga schneller bestraft werden“, sagt Eigner. Dennoch ist er nicht unzufrieden mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hat. „Wir hätten das 1:1 verdient gehabt. Aber auch nach der ärgerlichen gelb-roten Karte, die man definitiv geben kann, haben wir Moral gezeigt.“ Eichstätts Trainer Mattes setzt sogar noch einen drauf: „Eltersdorf war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, das muss man anerkennen.“

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: