Davis Cup
Die Stimmung ist zurück im Davis Cup
Davis Cup in Malaga
Zuschauer jubeln beim Sieg der Australier Jordan Thomson (l) und Max Purcell.
Joan Monfort/AP/dpa
von dpa
Málaga – Eine Tennis-Party wurde beim Davis Cup in den letzten Jahren nicht gefeiert. Beim Finalturnier in Málaga ist das oft anders.

Die niederländischen Tennisfans brachten ihre Trompeten mit, der kanadische Block unterstützte seine Davis-Cup-Spieler mit Trommeln, und die Italiener verwandelten die Arena in Málaga mit Megafonen in einen Hexenkessel: Das Finalturnier des prestigeträchtigen Nationen-Wettbewerbs erinnert Tennis-Romantiker zumindest stimmungsmäßig an frühere Davis-Cup-Zeiten. 

«Das war ziemlich beeindruckend. Wir sind um 10.00 Uhr auf den Platz gekommen, haben nicht gegen Spanien gespielt, und es war trotzdem voll», sagte der Weltranglisten-Neunte Taylor Fritz aus den USA. Der Italiener Lorenzo Sonego sprach von «Heimspiel-Atmosphäre». Der kroatische Profi Borna Coric nannte die Stimmung «unglaublich».

Neuer Modus

Das Turnier der Herren-Nationalmannschaften galt jahrelang als absoluter Höhepunkt im Tennis-Kalender. Durch den vor drei Jahren eingeführten neuen Modus zugunsten einer kompakten Endrunde an einem Ort verlor der Wettbewerb deutlich an Renommee. Auch die Stimmung litt zuletzt unter dem neuen Format.

Die Abschaffung des ATP-Cups, der von 2020 bis 2022 als Team-Wettbewerb für Herren zu Saisonbeginn ausgetragen wurde, könnte die Wertigkeit des Davis Cups wieder steigern. «Damit hast du die Konkurrenz nicht mehr», erklärte Deutschlands Teamchef Michael Kohlmann. «Die Beteiligung der Spieler ist nach oben gegangen. Das gestiegene Preisgeld hat sicherlich auch seinen Teil dazu beigetragen», sagte der 48-Jährige.

Nach vielen Experimenten scheint der Davis Cup einen Modus gefunden zu haben, mit dem die Spieler, der Weltverband ITF sowie die Organisatoren der Agentur Kosmos leben können. «Es hat sich Vieles verbessert. Das Event hier war echt gut», sagte Jan-Lennard Struff. Dazu beigetragen hat auch Ex-Profi David Ferrer als neuer Turnierdirektor. «Die Tatsache zum Beispiel, dass (die Endrunde) eine Woche früher gespielt wird und man so mehr Erholungszeit hat, ist etwas, was sehr geschätzt wird, wie ich als Ex-Profi ganz genau weiß», sagte der Spanier.

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