Kinderpornografie
"Operation Weckruf": Razzien in ganz Bayern
Razzia der Polizei
Bei der "Operation Weckruf" führte die Polizei in ganz Bayern Razzien durch. Symbolbild.
Foto: Lino Mirgeler/dpa
München – 50 Durchsuchungen, 55 Beschuldigte, 928 beschlagnahmte Datenträger - nun äußern sich die Ermittler zum Ausmaß der Kinderpornografie-Razzia.

"Wer solche Straftaten begeht, kann sich in Bayern niemals sicher fühlen", sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Mittwoch (26. Januar) mit Blick auf den "Operation Weckruf 2022" genannten Großeinsatz. Die Aktion war bereits am Dienstag, die Ermittler hatten zunächst keine Details dazu genannt.

15 der insgesamt 55 ermittelten Fälle betreffen demnach Downloads von Darstellungen von schwerstem und extrem gewalttätigem sexuellen Missbrauch von Kindern und Säuglingen. "Was dort zu sehen ist, dieses Maß an Grausamkeit, an Gewalttätigkeit, können selbst langjährige Ermittler nicht ohne Weiteres wegstecken", sagte Thomas Goger, der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI).

Beschuldigte zwischen 18 und 73 Jahre als

Es gab Beschuldigte in jedem Regierungsbezirk. Sie sind zwischen 18 und 73 Jahre alt, mehr als ein Drittel von ihnen ist jünger als 30. 23 von ihnen legten laut Goger noch an Ort und Stelle ein Geständnis ab. Wo sich die Verdachtsmomente bestätigen, drohen Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr.

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Bereits im Mai 2020 hatte es eine ähnliche Aktion gegeben, damals gab es 51 Beschuldigte. Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs und Kinderpornografie hatten zuletzt stark zugenommen. Im Jahr 2021 wurden beim ZKI mehr als 3200 Verfahren erfasst. Neben konsequenter Strafverfolgung wollen die Behörden auch auf Prävention setzen.

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