Wirtschaftsminister
Aiwanger: Bayerns Energiekonzept hängt an Kapazitätsfrage
Hubert Aiwanger
Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Wirtschaftsminister von Bayern.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
Nürnberg – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hält die Umsetzung des bayerischen Energiekonzeptes mit einer Verdoppelung der Erzeugung aus Erneuerbaren Energien bis 2030 für eine Kapazitätsfrage. Es müssten Lieferprobleme aus China und aus Osteuropa gelöst werden etwa für Halbleiter. Es brauche aber auch die Fachkräfte in Deutschland, die etwa Photovoltaikanlagen in Deutschland montieren könnten. Zudem brauch es Investoren, die bereit seien, ihr Geld etwa in Windkraftanlagen zu stecken, sagte Aiwanger am Mittwoch bei einem Mittelstandskongress in Nürnberg. Allein in der Windkraft stunden Investitionen in Höhe von fünf bis zehn Milliarden Euro im Raum.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte tags zuvor erklärt, Bayern wolle bis 2030 seine Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verdoppeln, bei Photovoltaik solle es sogar zu einer Verdreifachung der bisher installierten Leistung kommen. Bei der Windkraft will Bayern in den nächsten Jahren rund 800 Anlagen zubauen. Ziel sei es, die Energieversorgung von Lieferungen aus Russland unabhängig zu machen.

Er hoffe bei der Windkraft besonders auf Ansiedlungen in Gewerbegebieten, wo die Anlagen für die Versorgung der Unternehmen direkt und ohne notwendigen Bau von Leitungen genutzt werden könnten. Er sei zuversichtlich, dass Bayern am Ende bei der Windkraft andere Bundesländer, die bisher in diesem Bereich vorne liegen, überholen könne. «Am Ende haben wir modernere Windräder. Andere sitzen auf alten Windmühlen, die sie erst repowern müssen», sagte Aiwanger. Die Akzeptanz für Windkraft in der Bevölkerung müsse wachsen - etwa über die Aussicht, dass Erlöse aus der Windkraft in die Gemeindekasse gespült werden.

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