Prozess
Allgäuer Bauern gehen gegen Urteil wegen Tierquälerei vor
Justitia
Eine Figur der blinden Justitia.
Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild
von dpa
Memmingen – Nach der Verurteilung zu Haftstrafen wegen Tierquälerei gehen zwei Bauern gegen das Urteil vor. Wie der Sprecher des Landgerichts Memmingen, Jürgen Brinkmann, am Mittwoch sagte, hätten die beiden Angeklagten jeweils Revision eingelegt. In der vergangenen Woche waren die 68 und 25 Jahre alten Männer, Vater und Sohn, zu zwei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Gefängnisstrafe des Vaters wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Die Landwirte wurden jeweils wegen quälerischer Misshandlung von Wirbeltieren durch Unterlassen schuldig gesprochen. Der Vorsitzende Richter Christian Liebhart sprach von «verheerenden Bedingungen vor Ort». Auf den Höfen habe es zu wenige Liegeplätze für die Kühe gegeben, der Kot habe bis zu einem halben Meter hoch gestanden. Kranke Rinder und Kälber seien nicht behandelt und Anordnungen der Behörden missachtet worden. Der Richter kritisierte eine «Ignoranz gegenüber behördlichen Vorgaben». Durch das Verhalten mussten Tiere erheblich leiden, mehrere mussten auch notgetötet werden. Die beiden Bauern hatten Versäumnisse eingeräumt.

Die Bauern waren mit ihrem Betrieb in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) vor drei Jahren in die Schlagzeilen geraten, als solche Verstöße auf mehreren Allgäuer Bauernhöfen bekannt wurden. Im Laufe des kommenden Jahres sollen sich die Betreiber von zwei weiteren Bauernhöfen ebenfalls in Memmingen vor Gericht verantworten.

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