Corona nach DFB-Pokal: 1860 München berät sich mit Jurist
Corona-Schnelltest
Ein Corona-Schnelltest wird in einer Teststation aufbereitet.
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
München – Nach dem DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC hat eine Corona-Welle den TSV 1860 München erfasst. Die «Löwen» haben sich nun Rechtsrat geholt. Die Frage ist: Was genau passierte bei der Dopingkontrolle?

Angesichts des Corona-Ausbruchs beim TSV 1860 München nach dem DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC hat sich der Fußball-Drittligist juristische Hilfe geholt. Er stehe «im Austausch mit einem renommierten Sportjuristen», sagte Sportchef Günther Gorenzel am Montag. Es gehe ihm in dieser «komplexen Bewertungslage» nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, Lehren aus der Situation zu ziehen. «Eine akribische Aufarbeitung ist sehr, sehr wichtig», betonte Gorenzel.

Die Hälfte der «Löwen»-Mannschaft und des Trainer-Teams befindet sich in häuslicher Quarantäne. Trainer Michael Köllner ist Gorenzel zufolge nicht mit dem Coronavirus infiziert, wurde aber als Kontaktperson eingestuft. Der Münchner Coach könne eventuell am Samstagnachmittag wieder regulär seinen Job aufnehmen. Gorenzel selbst stellt sich darauf ein, von Mittwoch an das Training mit dem Rumpfkader zu leiten. «Ich hoffe, dass ich am Mittwoch fit bin», sagte der Österreicher leicht schmunzelnd.

1860 setzt den Corona-Ausbruch in Zusammenhang mit dem 0:1 am vergangenen Dienstag im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC. «Die positiven Fälle traten bei Teammitgliedern der Löwen auf, die sich im Rahmen der Dopingkontrolle und weiteren gemeinsamen Pflichtterminen zusammen mit Spielern und Funktionären des KSC in geschlossenen Räumen aufgehalten haben», hieß es in der damaligen Mitteilung der Münchner. Der KSC hatte am Freitagvormittag gleich 16 Corona-Fälle im Kader an die Deutsche Fußball Liga (DFL) gemeldet.

Gorenzel berichtete, dass es im Rahmen der Dopingkontrolle zu einem Vorfall gekommen sei, wonach Spieler ohne Maske, ohne entsprechende Distanz und über einen zu langen Zeitraum beieinander gewesen seien. Dieses Vorkommnis sei nun «Gegenstand von Untersuchungen». Gorenzel versicherte aber, dass sich die betreffenden «Löwen»-Spieler an die Vorgaben der Doping-Kontrolleure gehalten hätten.

Infolge der Corona-Wucht waren die Partien der «Löwen» gegen Türkgücü München am Samstag und gegen den 1. FC Kaiserslautern am Dienstag abgesetzt worden. Gorenzel steht nach eigener Aussage im Austausch mit dem Deutschen Fußball-Bund. Ob das Auswärtsspiel des TSV am Sonntag gegen Viktoria Köln stattfinden kann, ist abzuwarten. «Das ist noch zu weit gegriffen», meinte Gorenzel. «Wir müssen von Tag zu Tag denken.»

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: