Bundesliga
«Die ganze Welt schaut zu»: Eintracht heiß auf die Bayern
Eintracht Frankfurt
Frankfurter Daichi Kamada (M) applaudiert den Fans nach dem Abpfiff.
Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa
von dpa
Frankfurt/Main – Eintracht Frankfurt fordert zur Eröffnung der 60. Jubiläumssaison in der Fußball-Bundesliga den FC Bayern. Die Hessen gehen die schwere Aufgabe mit Euphorie und Zuversicht an. Der Trainer kündigt einen großen Kampf an.

Das große Kribbeln vor dem Bundesliga-Auftaktkracher gegen Bayern München hat auch Oliver Glasner längst erfasst. «Freitagabend, Primetime, gegen den deutschen Meister - Fußballherz, was willst du mehr», sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt am Mittwoch.

Das Duell des Europa-League-Gewinners mit dem Rekordmeister und Titelverteidiger an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und DAZN) elektrisiert aber nicht nur den Frankfurter Fußball-Lehrer, sondern die Fans weltweit. In rund 200 Ländern wird die Partie, für die alle 51 500 Tickets innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren, übertragen. «Die ganze Welt schaut zu. Dem möchten wir gerecht werden», sagte Glasner.

Für den 47 Jahre alten Österreicher sind die Münchner erneut der Topfavorit auf den Titel. In Ehrfurcht erstarren wollen die Hessen vor dem Starensemble von der Isar um die Millionen-Einkäufe Sadio Mané (FC Liverpool) und Matthijs de Ligt (Juventus Turin) deshalb aber nicht.

«Ich denke, dass die Bayern über die gesamte Saison wieder die Nase vorne haben werden, weil sie eine richtig tolle Mannschaft haben. Aber wir hissen nicht die weiße Fahne, sondern werden alles daransetzen, mit einem Heimsieg in die Saison zu starten. In einem Spiel ist es immer möglich zu gewinnen, gegen jede Mannschaft der Welt», betonte Glasner und kündigte an: «Wir wollen mit hoher Intensität spielen und den Bayern einen richtigen Fight liefern.»

Auch die Eintracht hat sich im Sommer personell verstärkt, um die Dreifachbelastung mit Bundesliga, DFB-Pokal und der erstmaligen Teilnahme an der Champions League in dieser Spielzeit besser zu meistern als in der Vorsaison. Der souveräne 4:0-Sieg in der ersten Pokalrunde beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg lieferte einen ersten Fingerzeig. «Das hat natürlich gutgetan. Wir fühlen uns gut vorbereitet», sagte Glasner.

Seine Schützlinge brennen auf die Partie. «Wir wollen zeigen, dass wir gegen das beste Team in Deutschland bestehen können», verkündete Offensivspieler Jesper Lindström. Ex-Weltmeister Mario Götze freut sich ebenfalls auf den Kracher gegen seinen ehemaligen Verein. «Das erste Heimspiel gegen Bayern, es wird gut», sagte der aus Eindhoven gekommene Mittelfeldspieler.

Der 30-Jährige spielt in den taktischen Überlegungen des Trainers eine wichtige Rolle. «Wir wollen den Bayern wenig Räume lassen und die, die sie uns bieten, bestmöglich ausnutzen. Mario kann das in allen Bereichen. Er kann sehr gut gegen den Ball arbeiten, Situationen auflösen und Spieler in der Tiefe einsetzen», sagte Glasner über den WM-Helden von 2014 und prophezeite: «Wir werden einen Mario Götze mit viel Spielfreude und in einer tollen Verfassung sehen.»

Noch nicht ganz im Klaren ist sich der Eintracht-Trainer dagegen über das beste taktische System. «Es wäre eine Überlegung, das Zentrum noch mehr zu verdichten», sagte Glasner. Das würde für einen Einsatz von Sebastian Rode im defensiven Mittelfeld sprechen. Doch wer sollte nach der starken Vorstellung in Magdeburg für den Kapitän weichen? «Es ist noch nicht alles final», betonte Glasner. «Wir setzen uns mit den Analysten zusammen, lassen die Köpfe rauchen - und am Freitag wird weißer Rauch aufsteigen.»

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