Würzburg
Experte soll Gutachten über Missbrauch in Diözese erstellen
Kirche
Das Kreuz einer Kirche ist in der Abenddämmerung zu sehen.
Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
von dpa
Würzburg – Ein Sachverständiger aus Wiesbaden soll ein Gutachten über den sexuellen Missbrauch in der Diözese Würzburg zwischen 1945 und 2019 erstellen. Das teilte die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung derartiger Delikte im Bistum am Dienstag mit. Das Gutachten soll unter anderem möglichst klären, wie viele Missbrauchsfälle es in diesem Zeitraum gab und wie damit in der Diözese umgegangen wurde. Mithilfe der Erkenntnisse will die Kommission Grundlagen etwa dafür schaffen, dass künftig durch Präventionsmaßnahmen Missbrauchstaten möglichst verhindert und potenzielle Opfer besser geschützt werden.

Zudem soll im ersten Quartal nächsten Jahres ein Hinweisgebersystem im Internet starten, «in dem insbesondere bisher nicht entdeckte Missbrauchshandlungen anonymisiert und unter umfassender Wahrung der Persönlichkeitsrechte von den Betroffenen offenbart werden können».

Das System soll über die Webseite des Sachverständigen, Rechtsanwalt Hendrik Schneider (www.hendrikschneider.eu), oder über die Homepage der Kommission (www.ukam-wue.de) aufrufbar sein.

Die unabhängige Kommission - bestehend aus sieben Mitgliedern - hatte im Juni 2021 ihre Arbeit aufgenommen. Zur Vorsitzenden wählten die Mitglieder Anja Amend-Traut. Sie ist Inhaberin des Lehrstuhls für Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte, Kirchenrecht und Bürgerliches Recht an der Universität Würzburg.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat alle 27 Bistümer aufgefordert, solche Kommissionen einzusetzen.

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