Getötetes Paar in Mistelbach: Ermittlungen dauern an
Schriftzug "Polizei"
Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier.
Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
Mistelbach/Bayreuth – Auch knapp zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Doppelmord in der oberfränkischen Gemeinde Mistelbach (Landkreis Bayreuth) können die Behörden keine weiteren Angaben zu dem Geschehen machen. «Wir versuchen, die Wahrheit aufgrund objektiver Tatsachen zu finden. Und das dauert seine Zeit. Da bitten wir auch um Verständnis», sagte Polizeisprecher Matthias Potzel. In der Nacht zum 9. Januar soll ein 18-Jähriger die Eltern seiner Freundin in deren Haus im Schlaf erstochen haben.

Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird zweifacher Mord vorgeworfen. Er hatte bei der ersten Vernehmung durch die Polizei die Tat eingeräumt. Eine mündliche Angabe bei der Polizei sei das eine - das auch genau nachzuweisen, den Tatverdächtigen zu überführen oder zu widerlegen, sei das andere, sagte der Sprecher. Der leitende Oberstaatsanwalt Martin Dippold sagte: Ein Geständnis müsse ja nicht unbedingt richtig sein. «Es muss überprüft werden, was er gesagt hat.» Angesichts des schweren Vorwurfs könnten erst dann detaillierte Angaben gemacht werden, wenn es belastbare Fakten gebe - auch aus Rücksicht auf die vier minderjährigen Kinder der Opfer. Um diese kümmert sich das Jugendamt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die 51 und 47 Jahre alten Opfer im Schlaf erstochen wurden. Das würde Mordmerkmale wie Heimtücke erfüllen. Der mutmaßliche Täter hatte sich wenige Stunden nach der Tat der Polizei gestellt und eingeräumt, zwei Menschen getötet zu haben. Gegenüber dem Ermittlungsrichter schwieg er dann. Dieser erließ Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts.

Aktuell müssten noch Spuren ausgewertet und mögliche Tatwerkzeuge geprüft werden. Mehrere Messer aus dem Haus waren sichergestellt worden. «Gerade Gutachten in Bezug auf DNA-Spuren benötigen erfahrungsgemäß Zeit», teilte die Polizei mit. Der leitende Oberstaatsanwalt Dippold geht davon aus, dass weitere Angaben voraussichtlich erst in etwa zwei Wochen gemacht werden können.