Arbeitsmarkt
Großer Beratungsbedarf bei Zuwanderung von Fachkräften
Joachim Herrmann
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann spricht bei einer Pressekonferenz.
Foto: Tobias Hase/dpa/Archivbild
von dpa
Nürnberg – Der Beratungsbedarf in der bayerischen Wirtschaft für die Einwanderung von Fachkräften hat spürbar zugenommen. Im ersten Halbjahr 2022 seien bereits mehr als 1600 Gespräche an der Zentralen Stelle für Fachkräfteeinwanderung (ZSFE) in Nürnberg geführt worden und damit schon jetzt deutlich mehr als im gesamten Jahr 2021, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in Nürnberg. Allerdings sei bei der ZSFE 2021 wegen der Corona-Krise die Tätigkeit stark eingeschränkt gewesen.

«Auch die Zahl der erfolgreichen Verfahrensabschlüsse steigt kontinuierlich an und liegt 2022 bereits bei mehr als 300, hinzu kommen mehr als 500 durch die örtlichen Ausländerbehörden», betonte Herrmann. Die ZSFE habe sich bewährt und werde auch dauerhaft bleiben. «Die entsprechenden rechtlichen Grundlagen sind geschaffen.»

Die Bewältigung des Fachkräftemangels stelle eine der größten Herausforderungen am Arbeitsmarkt dar: «Bayern hat hierauf aber bereits mit einem Bündel an Maßnahmen reagiert und unter anderem die ausländerrechtlichen Verwaltungsstrukturen auf einen schnellen und serviceorientierten Vollzug ausgerichtet», sagte Herrmann.

«Jetzt kommt es auch maßgeblich darauf an, dass der Bund für schnellere Visaverfahren sorgt, etwa durch personelle Verstärkung der Auslandsvertretungen, zum Beispiel in den Balkenstaaten», sagte Herrmann. Auch die Prüfung und Anerkennung der Berufsqualifikationen von Fachkräften sei ein zentraler Erfolgsfaktor für die Fachkräftezuwanderung.

Weiter: «Wir müssen aber auch das Potenzial der Ausländer in den Blick nehmen, die schon in Deutschland sind.» Mit 72,8 Prozent habe Bayern die bundesweit höchste Erwerbstätigenquote von Menschen mit Migrationshintergrund und mit 8,3 Prozent die bundesweit niedrigste Ausländerarbeitslosenquote. Auch bei ausländischen Frauen stehe der Freistaat mit einer Arbeitslosenquote von 11,5 Prozent vergleichsweise am besten da.

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