Automobilbranche
Großprojekt bringt Webasto zweiten Verlust in Folge
Webasto-Logo
Am Eingang der Webasto Thermosysteme Neubrandenburg hängt das Firmenlogo von Webasto.
Foto: Stefan Sauer/dpa/Symbolbild
Stockdorf – Probleme mit einem Großprojekt in den USA haben den Autozulieferer Webasto im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gedrückt. Es war bereits das zweite negative Ergebnis in Folge, wie das Unternehmen aus Stockdorf bei München am Dienstag mitteilte. Der operative Verlust 2021 fiel dabei mit 146 Millionen Euro gut doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Auch das erste Quartal des Jahres 2022 fiel negativ aus. Aktuelle Zahlen zum Ergebnis nach Steuern nannte Webasto nicht.

Das Großprojekt - Webasto baut Dächer für die Neuauflage des Ford Bronco - drückte 2021 mit rund 200 Millionen Euro auf das Ergebnis, wie Webasto-Chef Holger Engelmann sagte. Der Zeitplan sei immer anspruchsvoll gewesen. Doch dann seien Probleme durch die Corona-Pandemie hinzugekommen. Das habe sowohl den Aufbau des Werks in den USA und den Hochlauf der Produktion als auch das Finden von Mitarbeitern betroffen. Zudem gab es anfängliche Qualitätsprobleme mit den Dächern, weswegen ein Teil ausgetauscht werden musste.

Inzwischen habe man die Probleme im Griff, sagte Engelmann. Allerdings werde das Projekt auch im laufenden Jahr noch auf das Ergebnis drücken, da aktuell ein zweites Werk in den USA gebaut wird. Eine Prognose für das laufende Jahr gab Engelmann nicht ab. Dafür sei die aktuelle Lage zu unsicher. Unter anderem gehe es um die Frage, wie sich die Situation in China entwickle, wo Webasto einen großen Teil seiner Umsätze macht, und wie sich der Ukraine-Krieg auswirke. Um dem zu begegnen, will Webasto konsequent sparen und Investitionen auf den Prüfstand stellen.

Jenseits des Bronco-Projekts gab es zwar auch Belastungen durch Materialkosten, Halbleitermangel und die Corona-Pandemie, insgesamt liefen die Geschäfte dort aber besser. Das machte sich auch beim Konzernumsatz bemerkbar. Er stieg vergangenes Jahr deutlich um 12,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Mitarbeiter wuchs kräftig. Sie lag 2021 bei 15.710 weltweit.