Kirche
Papst spricht Nazi-Gegner heilig: Im KZ Dachau ermordet
Heiligsprechungen auf dem Petersplatz durch Papst Franziskus
Papst Franziskus (l) sitzt neben den Reliquien von zehn der neuen Heiligen, deren Heiligsprechungsmesse er feiert.
Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Rom – Papst Franziskus hat den NS-Gegner Titus Brandsma, der im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde, heiliggesprochen. Vor Zehntausenden jubelnden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom erhob das Katholiken-Oberhaupt insgesamt zehn Männer und Frauen am Sonntag in den Heiligenstand.

Der niederländische Pater Brandsma wurde 1881 geboren und hatte im Zweiten Weltkrieg auch als Journalist im besetzten Holland gegen die Nazi-Ideologie gekämpft. Die Gestapo nahm ihn Anfang 1942 fest, die Nazis verschleppten ihn einige Monate später nach Dachau. Dort wurde er gefoltert und am 26. Juli 1942 mit einer Giftspritze ermordet.

Am 3. November 1985 sprach ihn Papst Johannes Paul II. selig. Im November 2021 erkannte Franziskus ein der Fürsprache Brandsmas zugeschriebenes Wunder an. Damit war eine letzte Voraussetzung für eine Heiligsprechung erfüllt.

Es war die erste feierliche Heiligsprechung auf dem Petersplatz seit Beginn der Corona-Pandemie. Die bis dahin letzte liturgische Feier hatte Franziskus 2019 geleitet.

Der Papst kam wegen seiner Knieprobleme mit dem Auto vor den Petersdom vorgefahren, dort wurde ihm auf einen Stuhl geholfen.

Unter den zehn neuen Heiligen ist auch Charles de Foucauld (1858-1916). Er stammte aus dem Elsass, pflegte erst einen ausschweifenden Lebensstil, wurde dann religiös bekehrt und lebte am Ende als Eremit in der Wüste in Nordafrika mit Muslimen. Im Ersten Weltkrieg wurde er dort ermordet.