Jahr zwei der Verluste: NürnbergMesse hofft auf Besserung
NürnbergMesse
Ein Gebäude auf dem Gelände der Messe Nürnberg.
Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild
Nürnberg – Auf dem Nürnberger Messegelände herrscht seit fast zwei Jahren weitgehend Flaute - abgesehen von einem kurzen Aufflackern im Herbst und von der Nutzung der Messehalle als Impfzentrum. Bei der Messegesellschaft ist man trotzdem wieder optimistisch.

Nach zwei Jahren mit Millionenverlusten hofft der Messeveranstalter NürnbergMesse auf Besserung im laufenden Jahr. Die Verschiebung mehrerer Präsenzmessen in den Sommer lasse darauf hoffen, dass diese auch tatsächlich durchgeführt werden können, sagten die beiden Geschäftsführer Roland Fleck und Peter Ottmann am Freitag. Mittelfristig gehen beide jedoch davon aus, dass die Branche weiter Federn lassen muss.

«Unsere Planungen gehen davon aus, dass unsere Messen mittelfristig mit mindestens 80 Prozent zurückkommen», sagte Fleck. «Ein voller Terminkalender mit über 100 Veranstaltungen und neue hybride Messeformate lassen trotz weiterer Messeverschiebungen und -absagen auf ein im Vergleich zu 2021 besseres Messejahr hoffen», betonte Ottmann.

Die NürnbergMesse hatte im vergangenen Jahr ihre Investitionen gegenüber der ursprünglichen Planung um 90 Prozent auf zehn Millionen Euro zusammengestrichen. Personal- und Sachkosten seien um 25 Prozent gedrückt worden, sagte Ottmann. Dennoch stand am Ende noch ein Minus von knapp 50 Millionen Euro - bei einem Umsatz von 70 Millionen Euro. 2020, als zumindest das erste Quartal noch ohne größeren Corona-Einfluss abgelaufen war, hatte der Umsatz noch bei 110 Millionen Euro gelegen. Vor der Corona-Krise war das Messeunternehmen, das je zur Hälfte von der Stadt Nürnberg und vom Freistaat Bayern getragen wird, hochprofitabel.

Dennoch herrsche vorsichtiger Optimismus für die nahe Zukunft, hieß es. «Wir gehen nicht davon aus, dass wir noch einmal 243 Tage Veranstaltungsverbot auferlegt bekommen», sagte Ottmann. Von 77 weltweit durch die NürnbergMesse geplanten Messen im vergangenen Jahr hätten 51 abgesagt werden müssen.

Zuletzt hatten jedoch nicht staatliche Verbote, sondern der freiwillige Verzicht der jeweiligen Branchen den Messekalender in Nürnberg durcheinandergewirbelt. Die Internationale Spielwarenmesse, eine der bekanntesten Messen am Standort, wurde zum zweiten Mal in Folge komplett abgesagt, weil für die stark aufs Weihnachtsgeschäft ausgerichtete Branche ein Sommertermin nicht möglich ist. Andere Veranstaltungen, darunter die «Biofach» als großer Treffpunkt der Biobranche, wurden in den Juli verlegt.