Verkehr
Nadelöhr Garmisch: Tunnel Oberau wird im Mai eröffnet
Baustelle Tunnel Oberau
Auf der Baustelle für den Tunnel Oberau wird noch gearbeitet.
Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild
Oberau – Stop-and-go auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen: Skifahrer und Ausflügler stehen seit Jahren immer wieder kilometerlang im Stau. In Kürze soll der neue Tunnel bei Oberau eröffnet werden - ein Schritt zur Entlastung der viel befahrenen Strecke.

Nach elfjähriger Bauzeit wird an der viel befahrenen Bundesstraße 2 nach Garmisch-Partenkirchen die Umgehung samt Tunnel für den Ort Oberau fertig. Die Eröffnung sei für Ende Mai geplant, teilten das Staatliche Bauamt Weilheim und die Autobahngesellschaft des Bundes mit.

Der in beide Richtungen zweispurige, rund 250 Millionen Euro teure Neubau im Loisachtal gilt als wichtiger Baustein für eine Verkehrsentlastung der Oberauer und eine bessere Verbindung vom Autobahnende der A95 nach Garmisch-Partenkirchen.

Dort wird zum G7-Gipfel Ende Juni ein Großaufgebot von Polizei und Medienvertretern erwartet; ebenso andere Einsatzkräfte und Gipfel-Gegner. Zuvor starten am 14. Mai die berühmten Passionsspiele im nahen Oberammergau, die zahlreiche Gäste anlocken. Für die erste Zeit der Passion wird der Tunnel allerdings noch keine Entlastung bringen: Autofahrer müssen im Mai bis zur Eröffnung noch mit Einschränkungen rechnen, da eine Brücke erneuert wird.

Kernstück ist der knapp drei Kilometer lange Tunnel mit zwei voneinander unabhängigen Röhren. Diese gelangen südlich von Oberau wieder ans Licht und schließen an das schon mit einem Tunnel ausgebaute Stück der B2 beim Nachbarort Farchant an.

Für den ebenfalls vierspurigen Ausbau zwischen Eschenlohe und Oberau mit dem Auerbergtunnel gab es im vergangenen August den ersten Spatenstich. Gebaut wird auch am Kramertunnel als Umgehung für den Ortsteil Garmisch. In Planung ist der Wanktunnel als Umgehung für den Ortsteil Partenkirchen. Wenn zum Ende des Jahrzehnts alle Tunnel fertig sind, soll es von München durchweg vierspurig nach Garmisch-Partenkirchen gehen, mit zwei Fahrbahnen pro Richtung. Umweltschützer fürchten, dass dann noch mehr Verkehr dorthin fließt.

Ziel sei es, den Auerbergtunnel und den Wanktunnel in einem engen zeitlichen Zusammenhang fertigzustellen. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass zum Jahrzehntwechsel alle Maßnahmen realisiert sind», teilten Bauamt und Autobahnverwaltung mit.

Vor allem in Ferienzeiten und in der Skisaison geht es seit Jahren auf der B2 oft nur Stop-and-go voran. Anwohner klagen seit Jahrzehnten darüber. Die Bürgerinitiative zur Verkehrsentlastung Oberau hatte maßgeblich für die Umfahrung gekämpft.