Sportpolitik
Nasse-Meyfarth versteht Kritik an Förderung nicht
Zweimalige Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth
Die zweimalige Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth.
Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
von dpa
München – Die zweimalige Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth kann die Kritik an der vermeintlich mangelnden Förderung im deutschen Spitzensport nicht nachvollziehen. In einem Interview des «Tagesspiegel» sprach die 66-Jährige von Gejammer, gerade unter dem Eindruck der vergangenen Leichtathletik-WM in Eugene. Dort hatte es für das deutsche Team nur einmal Gold durch Weitspringerin Malaika Mihambo und Bronze durch die Sprint-Staffel der Frauen um Gina Lückenkemper gegeben.

Lückenkemper hatte sich danach gegen übertriebene Kritik gewehrt und davon gesprochen, «woher unsere Athleten kommen und was sie sonst alles machen und wie sie sich den Arsch aufreißen müssen, um gegen diese Vollprofis antreten zu können». Nasse-Meyfarth wies dies zurück: «Die Auffassung der Lady mit den schnellen Beinen und dem noch schnelleren Mundwerk, dass in Deutschland ja nur Halbprofis gegen Vollprofis aus anderen Ländern antreten, ist populistischer Unfug. Das Vollprofi-Dasein wird doch immer nur darauf bezogen, Geld mit dem Sport zu verdienen.»

Die finanzielle Förderung sieht Nasse-Meyfarth nicht als zu gering an. «Ich weiß nicht, was da einen Sportler noch hindern soll, genauso wie ein sogenannter 'Vollprofi' zwei Trainingseinheiten am Tag zu absolvieren und vielleicht noch eine Physiotherapieeinheit», sagte sie. «Ich rate aber, dass man sich, anders als der den Rest des Tages sich freizeitmäßig verlustierende und in den sozialen Medien tummelnde 'Vollprofi', daneben mit einem Studium oder einer Berufsausbildung beschäftigt.»

50 Jahre nach ihrem sensationellen ersten Olympiasieg in München betonte Nasse-Meyfarth, sie freue sich auf die Europameisterschaften in der Leichtathletik, die am Montag in der bayerischen Metropole begannen. Allerdings könne sie nicht nachvollziehen, warum dafür 112 deutsche Sportlerinnen und Sportler nominiert worden seien.

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