Hitlergruß
Rassismus-Debatte um „Rock im Park“
Im Juni sollen bei „Rock im Park“ wieder Tausende ihren Idolen zujubeln. Trotz Kritik wird auch die Band „Pantera“ auftreten.
Im Juni sollen bei „Rock im Park“ wieder Tausende ihren Idolen zujubeln. Trotz Kritik wird auch die Band „Pantera“ auftreten.
Daniel Karmann, dpa
F-Signet von Nikolas Pelke Fränkischer Tag
Nürnberg – Das geplante Konzert der Band „Pantera“ bei „Rock im Park“ sorgt für Wirbel. Die Nürnberger Grünen fordern ein Auftrittsverbot mit Verweis auf rechtsradikale Umtriebe der amerikanischen Gruppe.

Im Schatten der Zeppelintribüne soll im Juni wieder das Musikfestival „Rock im Park“ mit weit über 150.000 Besuchern stattfinden. Während der Kartenvorverkauf längst begonnen hat, sorgt in diesem Jahr das Konzertprogramm mit dem geplanten Auftritt der amerikanischen Rockband „Pantera“ für Wirbel.

Hitlergruß und rassistische Parolen

Die Nürnberger Stadträtin Réka Lörincz (Grüne) hat den Veranstalter des Festivals jetzt aufgefordert, die bekannte Heavy-Metal-Band wieder auszuladen. Der Sänger der Gruppe habe bei Konzerten in Kalifornien den Hitlergruß auf der Bühne gezeigt und rassistische Parolen wie „White Power“ ins Mikrofon gebrüllt. Nun wolle die Gruppe ausgerechnet auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände auftreten und in Nürnberg auch noch die Reunion der Band auf der großen Bühne feiern. „Das macht für mich den Auftritt von ,Pantera‘ in Nürnberg einfach untragbar und unvertretbar.“ Von dem historisch belasteten Gelände sollten nur noch Signale der Menschenwürde und des Friedens ausgehen, findet Lörincz.

Veranstalter lädt "Pantera" nicht aus 

Derweil hat der Veranstalter am Dienstag angekündigt, „Pantera“ nicht ausladen zu wollen und der Band das „von vielen Fans langersehnte Konzert“ trotz aller Vorwürfe bei Rock im Park im Juni in Nürnberg ermöglichen zu wollen. Der Sänger der Band, Phil Anselmo, habe sich bei den Veranstaltern ausdrücklich von früheren Aussagen distanziert und für sein Fehlverhalten entschuldigt, teilte ein Sprecher von Argo Konzerte aus Würzburg mit. „Wir haben daraufhin beschlossen, der Band eine Chance zu geben und somit unzähligen Rockfans den Traum zu erfüllen, das Werk von ,Pantera‘ noch einmal live zu erleben“, erklärte Nino Bauer von Argo Konzerte.

„Es ist die Entscheidung der Veranstalter von Rock im Park, am Auftritt der Band festzuhalten“, kommentierte Kultur-Bürgermeisterin Julia Lehner (CSU) die Entscheidung des Festivalveranstalters auf Anfrage unserer Redaktion. Die Macher von Rock im Park hätten erst 2022 ein überzeugendes Awarenesskonzept vorgelegt und dem Stadtrat vorgestellt. „Dieses ist für die Stadt auch in dieser Angelegenheit der Maßstab“, sagte Lehner weiter und betonte, dass man im Rathaus den Veranstalter weiterhin beim Wort nehmen wolle und darauf setze, dass gegen jede Form von Rassismus, Homophobie und Diskriminierung bei „Rock im Park“ entschlossen vorgegangen werde.

Grüne wollen umstrittene Auftritte verhindern

Réka Lörincz wird sich wohl trotzdem kein Ticket für das Festival kaufen. „Ich bin kein Hardrock-Fan.“ Gegen Auftritte von gewaltfreien Klimaaktivisten hätte die Sprecherin für Vielfaltsgestaltung und Menschenrechte, gegen Rechtsextremismus und Rassismus der grünen Stadtratsfraktion dagegen explizit nichts einzuwenden. Insgesamt gehe es Lörincz aber nicht „nur“ um den Auftritt der Heavy-Metal-Band, gibt die grüne Politikerin offen zu. Mit ihrem Protest gegen Einzelfälle wie dem Auftritt von „Pantera“ bei Rock im Park versuche die gebürtige Ungarin insgesamt, Auftritte von umstrittenen Rednern, Künstlern und Politikern in Nürnberg generell zu verhindern. Die Stadt müsse ihrer Meinung nach in Zukunft „alle rechtlichen Möglichkeiten bis zur äußersten Grenze“ ausschöpfen, um unliebsame Gastspiele verbieten zu können.

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