Eisenheim-Prozess
Totgefahrene 20-Jährige: Das ist das Urteil
Justitia
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand.
Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
Würzburg – Vor mehr als vier Jahren wurde bei Würzburg eine junge Frau von einem Auto erfasst und starb. Der Fahrer war betrunken - und kennt nun seine Strafe.

Im Berufungsprozess um eine totgefahrene 20-Jährige hat das Landgericht Würzburg den Unfallfahrer zu einem Jahr und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt. Die Kammer setzte die Strafe wegen fahrlässiger Tötung am Mittwoch zur Bewährung aus. Die Bewährungszeit wurde auf zwei Jahre festgelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 22-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verlangt, ausgesetzt zur Bewährung. Die Nebenklage plädierte auf zwei Jahre und zehn Monate Haft nach Erwachsenenstrafrecht. Der Verteidiger sprach sich für eine Verurteilung des Angeklagten nach Jugendstrafrecht und 300 Stunden gemeinnützige Arbeit aus.

Berufung gegen anderen Angeklagten zurückgezogen

Am Vortag hatte Staatsanwaltschaft und Nebenklage ihre Berufung gegen das Urteil für einen weiteren Angeklagten, den Beifahrer, zurückgezogen. Damit ist die Entscheidung des Amtsgerichts Würzburg vom Oktober 2019 gegen den heute 24-Jährigen rechtskräftig - er bekam eine Geldstrafe.

Insgesamt gab es in dem Verfahren vier Angeklagte. Die jungen Männer hatten am Unfalltag im April 2017 in dem Auto gesessen, das auf einer Ortsstraße bei Eisenheim zwischen Würzburg und Schweinfurt die Frau erfasste. Der Fahrer war betrunken. Mit seinen Freunden kam er von einem Weinfest. Das Auto fuhr nach dem Aufprall einfach weiter. Ohne für die Schwerverletzte Hilfe zu holen, hatten sich die jungen Männer in der Unfallnacht zu Hause schlafen gelegt.

Die drei Mitfahrer waren in erster Instanz wegen unterlassener Hilfeleistung zu Geldstrafen zwischen 1000 und 2000 Euro verurteilt worden - ihre Urteile sind nach den am Montag und Dienstag zurückgenommenen Berufungen rechtskräftig.

Der Hauptangeklagte wurde in erster Instanz wegen seines Alkoholrausches für schuldunfähig erklärt. Das Urteil lautete auf fahrlässigen Vollrausch - statt wie in der Anklage zunächst gefordert fahrlässige Tötung. Der Mann bekam eine Geldstrafe von 5000 Euro und ein Fahrverbot. Das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Würzburg hatte im Sommer 2020 begonnen.

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