Wegen Trockenheit
Jagdverband bittet um Rücksicht auf Wildtiere
Reh auf einem Feld
Ein Reh springt bei Sonnenaufgang durch ein Feld.
Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild
Feldkirchen – Seit Wochen ist es in weiten Teilen des Freistaats wärmer und auch trockener als in vergangenen Jahren. Was bedeutet das für Wald- und Wiesenbewohner?

Angesichts der anhaltend sommerlichen Temperaturen und geringer Niederschläge bittet der Bayerische Jagdverband die Bevölkerung um Rücksichtnahme auf Wildtiere. «Das Wild bewegt sich an heißen Tagen so wenig wie möglich. Ein Fehlverhalten des Menschen bedeutet zusätzliche Belastung und Stress für Wildtiere», schrieb der Verband am Montag in einer Mitteilung. Ein Spaziergänger, der vom Weg abkommt, oder ein nicht angeleinter Hund könnten bereits fatale Folgen haben.

Für gewöhnlich stellen sommerliche Temperaturen keine Gefahr für Wildtiere dar, heißt es von der anerkannten Naturschutzvereinigung. «Zwar ist ein Schwitzen für die meisten Tiere nicht möglich, aber eigene Hitzestrategien kühlen sie hervorragend ab. Schwarzwild suhlt sich im Schlamm. Das Rotwild steht bis zum Hals im Gewässer. Auch Vögel nehmen gerne ein Wasserbad. All diese verschiedenen Strategien fungieren als natürliche Klimaanlage.» Doch auch hier gebe es Grenzen - eine anhaltende Hitzewelle berge Risiken und sei ein Stressfaktor.

Eine Verbandssprecherin ging davon aus, dass in den trockeneren Regionen des Freistaats, etwa im Regierungsbezirk Unterfranken, die Lage dramatisch ist. «Wenn nicht einmal Morgentau die Pflanzen bedeckt oder diese gar verdörrt sind und keine Feuchtigkeit mehr spenden können, wie sollen dann die Tiere an das lebensnotwendige Wasser gelangen?»