Finanzierung
Verbände: Ambulante Pflege wegen Kostenexplosion gefährdet
Pflege
Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
von dpa
München – Der Arbeitskreis privater Pflegevereinigungen sieht die ambulante Versorgung im Freistaat aufgrund der stark gestiegenen Kosten als gefährdet an. «Die Pflege- und Krankenkassen in Bayern weigern sich, die enorm gestiegenen Energie- und Betriebskosten für ambulante Pflegedienste zu finanzieren», teilten die sechs im Arbeitskreis zusammengeschlossenen bayerischen Verbände am Mittwoch gemeinsam mit. Dadurch könne die pflegerische Versorgung vielerorts zum Erliegen kommen.

«Die explodierenden Benzinpreise und die hohe Inflationsrate haben zu einer dramatischen Sachkostensteigerung von ca. 14 Prozent geführt. Das ist mit den derzeitigen Vergütungen nicht refinanzierbar», erläuterte der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, Kai Kasri. Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern lehnten die Kassen in Bayern Verhandlungen über eine Refinanzierung aber ab, ergänzte Stefanie Renner vom Berufsverband für Pflegeberufe DBfK Südost. Die Verbände appellierten deshalb an Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), sich für eine schnelle Vermittlung einzusetzen.

Kein Pflegedienst habe die Ressourcen, solche Kostensteigerungen auf Dauer aufzufangen, hieß es zur Begründung. Bis zu 30 Prozent der Pflegedienst überlegten deshalb, ihren Betrieb einzustellen. «Dann werden es pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen noch schwerer haben, eine angemessene häusliche Versorgung zu organisieren», betonte Gabriele Obermaier vom Landesverband des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe. «Private ambulante Dienste stellen einen großen Teil der ambulanten Versorgung in Bayern sicher.»

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