Nach den Pflegern
Impfpflicht für weitere Berufsgruppen gefordert
Impfung
Die Impfpflicht für weitere Berufsgruppen soll die Corona-Wellen brechen.
Foto: Jörg Carstensen/dpa/Symbolbild
München – Clemens Wendtner, Münchner Infektiologe, hält eine Impfpflicht für weitere Berufe für notwendig. Nur das könne die Corona-Endlosschleife brechen.

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner will eine schnelle Corona-Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen, um die Impflücke rasch zu schließen. "Eine erweiterte berufsgruppenbezogene und temporäre Impfpflicht kann dabei helfen, wir dürfen jetzt keine Zeit verlieren", der Chefarzt der Infektiologie an der München-Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Sie müsse vor allem für Mitarbeiter wichtiger Infrastrukturen wie Polizei und Feuerwehr gelten, aber auch für Lehrkräfte.

"Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir die einrichtungsbezogene Impfpflicht so schnell als möglich auf kritische Infrastrukturen wie Polizei, Feuerwehr und Schulen ausweiten. Eine einrichtungsbezogene Impfpflicht kann schneller umgesetzt werden. Bei einer allgemeinen Impfpflicht bin ich nicht sicher, ob wir das mit allen erforderlichen Diskussionen schnell hinkommen", sagte Wendtner.

Impfpflicht soll Schulen offen halten

Bei den Lehrkräften gehe es darum, die Schulen möglichst offenzuhalten. "Es ist wichtig, dass wir die Kinder nicht dauernd in den Distanzunterricht schicken." Zudem sollten Lehrkräfte in der drohenden Omikronwelle vor schweren Verläufen geschützt werden. So könne Präsenzunterricht gesichert und notfalls bei dank Impfung symptomlosen Verläufen wenigstens digital in Quarantäne weiter unterrichtet werden.

Der zusätzliche Vorschlag aus der Politik für eine Impfpflicht für ab einem Alter von 18 Jahren sei darüber hinaus aus seiner Sicht sinnvoll. Er halte eine zeitlich befristete Impfpflicht für eine "maßvolle Möglichkeit, aus dieser Endlosschleife herauszukommen", sagte Wendtner. "Wir werden sonst weiter Wellen haben, die wir nur mit harten Maßnahmen überwinden können."

Corona-Endlosschleife durchbrechen

Vor zwei Jahren war Corona in Deutschland angekommen. Spätnachts am 27. Januar 2020 hatte das bayerische Gesundheitsministerium den ersten Fall gemeldet - ein Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Gauting bei München hatte sich bei einer chinesischen Kollegin mit dem Virus infiziert, das anfangs noch nicht den wissenschaftlichen Namen Sars-CoV-2 trug. "Damals hat niemand die Tragweite richtig einschätzen können", sagt Wendtner, bei dem damals die ersten - fast symptomfreien - Patienten landeten. Niemand habe geglaubt, "dass wir zwei Jahre später noch ständig über die Pandemie sprechen müssen".

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