Brauchtum
Wirtshauswiesn: «Ozapft is» auch in Münchner Gaststätten
Wirtshauswiesn
Münchner Kindl Viktoria Ostler steht bei der Wirtshauswiesn 2021 neben ihren Freunden vor dem Gasthaus Isarthor.
Foto: Felix Hörhager/dpa/Archivbild
von dpa
München – Entstanden als kleiner Ersatz für das zwei Mal wegen Corona abgesagte Oktoberfest soll die Münchner Wirtshauswiesn in diesem Jahr die echte Wiesn ergänzen. Wenn Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am 17. September auf der Theresienwiese das erste Fass Bier anzapft, soll es auch in gut 50 Wirtshäusern heißen «Ozapft is».

«Die Wiesn ist für uns ist kein Ort, sondern ein Lebengefühl», sagte Gregor Lemke, Sprecher der Münchner Innenstadtwirte, am Dienstag. «Wir wollen in der ganzen Stadt dieses Lebensgefühl haben.»

Unter dem Motto «Ganz München ist Wiesn» wollen die Wirte mit Oktoberfest-Bier, Schmankerl, Lebkuchenherzen, Trachten-Outfit und Live-Musik die Stimmung in andere Teile der Stadt holen - eine «Ergänzung zur Übermutter aller Feste», wie Lemke sagt. Ob der umstrittene Song «Layla» zu hören sein wird, hänge vom Publikum ab. «Ich persönlich finde das Lied furchtbar. Aber die Volks- und Gästeseele wird am Ende entscheiden, was für Musik gespielt wird.»

Zur ersten Wirtshauswiesn hatten die Innenstadt- und Wiesnwirte im ersten Coronajahr 2020 geladen, um den Münchnern ein wenig Feststimmung zu vermitteln. Auf dem Festgelände unter der Bavaria, wo sonst während der Wiesn Millionen Liter Bier konsumiert werden, herrschte damals sogar ein Alkoholverbot. Zu groß war die Angst vor unkontrollierten Feiern mit Superspreading-Effekt.

Im vergangenen Jahr ging es schon etwas lockerer zu. Zumindest durften die Menschen nicht nur in den Gaststätten, sondern auch auf der Theresienwiese mit selbst mitgebrachtem Bier feiern. Dieses Jahr soll dort das Oktoberfest ohne jede Corona-Beschränkung stattfinden. Es soll - wie die Wirtshauswiesn - bis zum 3. Oktober dauern.

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