Erweiterung geplant
Kreml: Finnlands Nato-Mitgliedschaft ist Bedrohung
Finnlands Präsident und Regierungschefin für Nato-Mitgliedschaft
Ein Soldat nimmt an einer Krisenmanagementübung der Finnischen Internationalen Bereitschaftstruppe (SKVJ) im Rahmen der NATO Evaluation Level 2 (NEL2) teil.
Foto: Heikki Saukkomaa (Lehtikuva)
Moskau – Der finnische Präsident Niinistö und die Ministerpräsidentin Marin sprechen sich für einen schnellen Nato-Beitritt aus, prompt folgt Moskaus Antwort.

Eine mögliche Nato-Mitgliedschaft Finnlands sieht das Nachbarland Russland nach Kremlangaben als Bedrohung. «Eine abermalige Ausweitung der Nato macht unseren Kontinent nicht stabiler und sicherer», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag (12. Mai).

Zuvor hatten der finnische Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin sich für einen unverzüglichen Nato-Beitritt ihres Landes ausgesprochen.

Russland will Folgen eines Nato-Beitritts Finnland analysieren

Russland werde die Folgen eines Nato-Beitritts Finnlands mit Blick auf seine eigene Sicherheit analysieren, sagte Peskow. Kremlchef Wladimir Putin habe ohnehin bereits angewiesen, die Sicherheit der westlichen Flanke Russlands mit Blick auf die Nato-Aktivitäten zu stärken.

«Die Nato bewegt sich in unsere Richtung», sagte Peskow. Alles hänge nun davon ab, wie sich der weitere Prozess der Nato-Erweiterung entwickele und welche militärische Infrastruktur an die Grenzen Russlands verlegt werde, sagte er.

Polen und Nato selbst für Finnlands Beitritt

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat den Wunsch der politischen Führung Finnlands für einen raschen Nato-Beitritt als «gute Nachricht für die Sicherheit Polens und Europas» bewertet. «Polen spricht sich für eine schnellstmögliche Aufnahme Finnlands in das Bündnis aus», teilte Morawiecki am Donnerstag per Twitter mit.

Es wird damit gerechnet, dass sich das nördlichste Land der EU in den kommenden Tagen zu einem entsprechenden Antrag entschließt. Der Aufnahme in das Bündnis müssen dann alle 30 derzeitigen Mitglieder zustimmen.

Die Nato selbst hat Finnland nach der eindeutigen Positionierung der politischen Führung in Helsinki eine schnelle Aufnahme in Aussicht gestellt. «Der Beitrittsprozess würde reibungslos und zügig ablaufen», sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag. Finnland sei einer der engsten Partner der Nato, eine gereifte Demokratie, ein EU-Mitglied und ein maßgeblicher Faktor, wenn es um die euroatlantische Sicherheit gehe. «Sie würden in der Nato herzlich willkommen geheißen», sagte Stoltenberg.

«Ich stimme Präsident Niinistö und Ministerpräsidentin Marin zu, dass die Nato-Mitgliedschaft sowohl die Sicherheit der Nato als auch die Finnlands stärken würde», sagte Stoltenberg. Die Mitgliedschaft Finnlands würde auch zeigen, dass die Tür der Nato offen stehe und dass Finnland eigenständig über seine Zukunft entscheide. Stoltenberg spielte damit offensichtlich darauf an, Russland zuletzt immer wieder versucht hat, Länder mit Drohungen von einem Nato-Beitritt abzuhalten.

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