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Aktien in New York weiter im Abwärtstrend
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Blick auf das Straßenschild der New Yorker Wall Street.
Foto: John Minchillo/AP/dpa
New York – Für den Dow könnte es die schlechteste Börsenwoche seit Oktober 2020 werden: Die Verluste an den US-Aktienmärkten halten an.

Der Ausverkauf an den US-Börsen hat sich auch am Donnerstag fortgesetzt. Immerhin grenzten die Indizes die Verluste im späten Handel ein. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 0,33 Prozent auf 31.730,30 Zähler - ein weiteres Tief seit Anfang März vergangenen Jahres.

In diesem Börsenjahr hat sich der Rücksetzer auf fast 13 Prozent ausgeweitet. Sollte sich der Ausverkauf am Freitag fortsetzen, droht dem Dow die schlechteste Börsenwoche seit Oktober 2020.

Der von Tech-Unternehmen dominierte Nasdaq 100 hielt sich mit minus 0,18 Prozent auf 11.945,50 Punkte vergleichsweise gut. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust des Index jedoch bereits auf knapp 27 Prozent. Vor allem die steigenden Kapitalmarktzinsen lassen die Investoren Tech-Aktien verkaufen. Der marktbreite S&P 500 schloss 0,13 Prozent tiefer auf 3930,08 Punkten.

Die Verluste an den Aktienmärkten rühren vor allem von der großen Unsicherheit, wie schnell und stark die US-Notenbank Fed die Leitzinsen anheben wird. «Es gibt die Befürchtung, dass der Leitzinsanstieg zu rasch erfolgen und die Wirtschaft dadurch in eine Rezession gestürzt wird», schrieb Volkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank.

Lockdowns in China bereiten Apple Probleme

Im Dow sackten Tech-Aktien wie Apple und Microsoft weiter ab. Apple-Aktien fielen mit einem Minus von 2,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Sie waren am Vortag vom saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst worden. Der wichtige iPhone-Zulieferer Foxconn aus Taiwan musste die Produktion im chinesischen Shenzen aussetzen, weil China weitgehende Corona-Lockdowns verhängt ergriffen hat. Berichten zufolge soll auch der Apple-Zulieferer Unimicron die Produktion ausgesetzt haben.

Daneben lastete eine Studie der US-Bank Wells Fargo auf den Papieren von General Motors (GM) und Ford. GM büßten 4,6 Prozent ein und Ford 3,0 Prozent. Analyst Colin Langan argumentierte, dass die Produktionskosten für Elektrofahrzeuge stark steigen dürften. So verteuerten allein die höheren Rohstoffpreise die Gesamtkosten eines Fahrzeugs des Modells «Silverado» von GM um geschätzte 12 600 US-Dollar. Die Papiere des E-Auto-Produzenten Tesla fielen ebenfalls.

Unter hohem Druck standen anfangs auch die Papiere von Beyond Meat nach enttäuschenden Quartalszahlen des Herstellers von Fleischersatz. Der Kurs brach im frühen Handel um mehr als 20 Prozent ein, am Ende betrug der Verlust noch gut vier Prozent. Vom Rekordhoch Anfang 2021 haben die Papiere bereits mehr als 90 Prozent eingebüßt.

Der Euro musste kräftig Federn lassen und fiel auf das tiefste Niveau seit Anfang 2017. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0373 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0408 (Mittwoch: 1,0553) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9608 (0,9476) Euro gekostet.

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