Agentur für Arbeit
Mehr Arbeitslose wegen Erfassung von Ukrainern
Bundesagentur für Arbeit
Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.
Foto: Daniel Karmann/dpa
Nürnberg – Der Arbeitsmarkt in ist weiter stabil. Dennoch steigt die Zahl der Arbeitslosen - auch in Bayern. Ursache ist ein statistischer Effekt.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist wegen der Erfassung ukrainischer Flüchtlinge erstmals seit Monaten wieder gestiegen. Im Juni waren 2,363 Millionen Menschen ohne Job.

Das sind 103.000 mehr als im Mai, aber immer noch 251.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag (30. Juni) mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 5,2 Prozent.

«Der Arbeitsmarkt insgesamt ist weiterhin stabil», sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. «Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben zwar im Juni kräftig zugenommen. Diese Anstiege gehen aber darauf zurück, dass die ukrainischen Geflüchteten nun in den Jobcentern erfasst und dadurch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar werden», sagte er. Für ihre Juni-Statistik griff die Bundesagentur auf Datenmaterial zurück, das bis zum 13. Juni vorlag.

Scheele scheidet in einem Monat aus dem Amt. Nachfolgerin wird von August an die frühere SPD-Parteichefin und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Die Zahl der Erwerbstätigen steigt

Die Kurzarbeit ist trotz der Folgen des Ukraine-Krieges weiter rückläufig. Im April wurde für 401.000 Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Zwischen 1. und 26. Juni seien Anzeigen für weitere 35.000 Personen eingegangen. Ob für diese tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen wird, ist noch offen.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist weiter steigend. Mit 45,50 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 772.000 höher aus, teilte die Bundesagentur unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes mit.

Zahlen für Bayern

Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist im Juni gestiegen. Zum Stichtag 13. Juni waren 230 606 Menschen ohne Job, das sind 21 048 oder 10 Prozent mehr als im Vormonat. Das teilte die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. 

Die Arbeitslosenquote im Freistaat lag im Juni bei 3,1 Prozent und damit nur noch 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Ohne die ukrainischen Arbeitslosen wäre die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 1808 oder 0,9 Prozent gesunken - allerdings fällt auch dieser rechnerische Rückgang deutlich geringer aus als in den vergangenen Monaten. «Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni ist demnach nicht saisonüblich, dennoch erwartungsgemäß», sagte Ralf Holtzwart, Chef der Regionaldirektion.

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