Technik
Autos sollen am Stuttgarter Flughafen autonom parken können
Autonomes Parken
Ein autonom parkendes Auto steht auf einer Abstell- und Abholfläche in einem Parkhaus am Stuttgarter Flughafen. Im Vordergrund rechts die für das autonome Parken nötige Kameratechnik von Bosch.
Bernd Weißbrod/dpa
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Autos sollen am Stuttgarter Flughafen autonom parken können. Möglich macht es eine Entwicklung von Bosch und Mercedes Benz, die eine Zulassung bekommen hat.
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Ein Hinweisschild für autonom parkende Autos ist an der Einfahrt eines Parkhauses am Stuttgarter Flughafen angebracht.
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von dpa
Stuttgart – Das Auto allein auf Parkplatzsuche schicken und sich derweil anderen Dingen widmen: Was bislang klingt wie eine Szene aus «Knight Rider», soll am Stuttgarter Flughafen bald Realität werden.

Privatleute können künftig am Stuttgarter Flughafen ihr Auto fahrerlos auf Parkplatzsuche schicken. Ein von Bosch und Mercedes-Benz entwickeltes Parksystem hat dafür eine Zulassung erhalten, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Es handle sich um eine Funktion mit Fahrassistenzsystemen nach Level 4 - der zweithöchsten Stufe des autonomen Fahrens. Ziel sei, die Anwendung noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen.

Nutzen können das System zunächst nur Besitzer von sehr neuen Mercedes-Modellen der S-Klasse und des EQS mit entsprechender Software. Die Fahrerinnen und Fahrer sollen dann künftig ihr Auto in einem definierten Bereich eines Parkhauses am Flughafen abstellen und sich dann schon einmal auf den Weg Richtung Terminal machen können. Per App sollen sie ihr Auto zu einem vorab gebuchten Parkplatz schicken und beim Wiederkommen genauso wieder zu sich holen können.

Eine Menge Sensorik nötig

In dem Parkhaus sollen dann künftig auch normale Autos unterwegs sein. Damit die sich mit den fahrerlosen Wagen nicht in die Quere kommen und auch sonst alles klappt, steckt eine Menge Sensorik von Bosch in dem Parkhaus. Diese überwacht den Fahrkorridor und dessen Umfeld und liefert den fahrerlosen Autos die nötigen Informationen für die Steuerung. Die Technik im Fahrzeug setzt das dann in Fahrmanöver um. Somit sollen die Autos Rampen hoch- und runterfahren, Stockwerke wechseln und Hindernisse erkennen können.

Beide Unternehmen hatten 2019 eine Ausnahmegenehmigung für den Alltagsbetrieb von Entwicklungsfahrzeugen ohne menschliche Überwachung im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart erhalten. Die jetzige Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes gehe darüber hinaus, weil auch Privatfahrzeuge genutzt werden könnten. Grundlage sei ein im Juli 2021 in Kraft getretenes Gesetz, das fahrerloses Fahren nach Level 4 ermögliche.

«Unser Ziel ist es, künftig weitere Parkhäuser mit der entsprechenden Infrastrukturtechnik auszustatten - in den kommenden Jahren sollen es weltweit bereits mehrere Hundert sein», sagte der Geschäftsführer der Bosch-Zulieferersparte, Markus Heyn. Der Alltag des automatisierten Fahrens beginne mit dem fahrerlosen Parken.

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