Corona-Krise
Brauer-Bund erwartet nur langsame Markterholung
Brauereien
Biergenuss wie hier auf einem Volksfest in Oberbayern - das gab es seit Pandemiebeginn nur selten.
Foto: Peter Kneffel/dpa
Berlin – Erst waren die Kneipen dicht, dann fiel das Oktoberfest aus. Für die Brauwirtschaft war 2021 ein schweres Jahr - und auch 2022 startet nicht gut.

Der Deutsche Brauer-Bund rechnet nach deutlichen Absatzrückgängen in der Corona-Krise allenfalls mit einer langsamen Erholung des Biermarktes.

Verunsicherte Verbraucher, verschärfte Zugangsregeln für die Gastronomie und die Absage vieler Events wirkten sich für die von mittelständischen und handwerklichen Betrieben geprägte Brauwirtschaft beinahe wie ein erneuter Lockdown aus, erklärte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele am Freitag (28.01.2022).

Brauereien müssen erneut Kurzarbeit anmelden

Viele Gastwirte haben den Angaben nach ihre Lokale mangels Rentabilität freiwillig geschlossen. In der Folge hätten im Januar immer mehr Brauereien erneut Kurzarbeit anmelden müssen und die Abfüllung von Fassbier bremsen müssen. "Die Omikron-Welle trifft auf Betriebe, die durch die Auswirkungen der nunmehr fast zwei Jahre andauernden Krise bereits stark geschwächt sind und nicht selten mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte Eichele. Das gelte für Gaststätten wie für Brauereien.

Im abgelaufenen Jahr habe vor allem der monatelange Lockdown der Gastronomie die rund 1500 Brauereien umfassende Branche schwer getroffen. Der Brauer-Bund rechnet bei alkoholhaltigem Bier für das Jahr 2021 mit einem weiteren Absatzrückgang um etwa 3 bis 4 Prozent. Damit seien etwa 200 bis 300 Millionen Liter weniger alkoholhaltiges Bier abgesetzt worden als im Jahr 2020. Damals hatte die Branche ein Rekordminus von 5,5 Prozent verzeichnet. Die offiziellen Zahlen will das Statistische Bundesamt am kommenden Dienstag veröffentlichen.

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