Erfolgsgeschichte
Manuel Kettler arbeitet auf dem Hof der Leyhs
In seiner Arbeit am Hofe Leyh geht Manuel Kettler (links) inzwischen auf, hier ei seiner Hofführung mit Bgm Steffen Kropp (2. von links) und weiteren Gästen.
In seiner Arbeit am Hofe Leyh geht Manuel Kettler (links) inzwischen auf, hier ei seiner Hofführung mit Bgm Steffen Kropp (2. von links) und weiteren Gästen.
Foto: Günther Geiling
Losbergsgereuth – Viele Unternehmen und Betriebe in der Region unterstützen „Mensch inklusive“ bereits und bieten Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz.

Marcus Nerlich ist in einem Kindergarten in Ebern vor allem im hauswirtschaftlichen Bereich tätig. „Ich bin dort in der Küche für vieles zuständig und mir macht die Arbeit viel Spaß“, sprudelt es aus ihm heraus. Er bereite früh schon das Müsli vor, decke dann den Mittagstisch und kümmere sich um das Essen für den Krippenwagen. „Dabei messe ich sogar die Temperatur des Essens.“ Und danach spüle er das Geschirr und bereite schon wieder für den nächsten Tag alles vor. Nerlichs Betreuerin sagt: „Er hat bei seiner Arbeit regen Kontakt zu den Kindern, ist gut integriert und schaut auch, dass alles mit dem Essen gut klappt.“

Erfolgreiche Partnerschaften entstehen

Nerlich ist Arbeitnehmer mit Behinderung, und über die Initiative „Mensch inklusive“ hat er diese Arbeitsstelle in Ebern bekommen. Die Verantwortlichen wissen, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenpassen müssen. Nur so entstehen erfolgreiche Partnerschaften. Die Initiative der Lebenshilfe Schweinfurt sucht Schnittmengen im unmittelbaren Lebensumfeld. Dann bringt sie die passenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen. Mitarbeiter von „Mensch inklusive“ begleiten die beiden Partner vom ersten Kennenlernen über die Einarbeitung bis hin zum Arbeitsplatz professionell und kontinuierlich.

Inklusionsbegleiter Matthias Pfuhlmann und stv. Landrat Oskar Ebern (von links) bei der Auszeichnung der Einrichtungen „integratives Wunderland“ Ebern sowie dem „Zeilberg Inklusionsprojekt“ durch Eva Hartmann, Leiterin von „Mensch inklusive“ und M...
Inklusionsbegleiter Matthias Pfuhlmann und stv. Landrat Oskar Ebern (von links) bei der Auszeichnung der Einrichtungen „integratives Wunderland“ Ebern sowie dem „Zeilberg Inklusionsprojekt“ durch Eva Hartmann, Leiterin von „Mensch inklusive“ und Martin Groove, dem Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt.
Foto: Günther Geiling

„Im Landkreis Haßberge konnten wir mit dem ersten Kooperationsbetrieb für ,Mensch inklusive‘ beginnen. Heute haben wir insgesamt 80 Kooperationsbetriebe mit 83 Menschen mit Behinderung in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Bei uns im Landkreis sind aktuell 31 Menschen mit Behinderung in 28 Kooperationsbetrieben beschäftigt. Das ist eine gute Erfolgsgeschichte.“ Dies betonte Martin Groove, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, bei einem großen Paten- und Netzwerktreffen der Einrichtung „Mensch inklusive“ auf dem Bauernhof Leyh in Losbergsgereuth.

Menschen mit Behinderung helfen, Arbeit in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes zu finden

Groove erinnerte daran, dass „Mensch inklusive“ Menschen mit Behinderung helfe, Arbeit in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes zu finden, zum Beispiel in einem Supermarkt oder einem Friseursalon, in einer Druckerei oder bei einer Verwaltung, aber auch in einer Gärtnerei oder beim Straßenbau. Das Patentreffen sei gleichzeitig ein Dank für den Einsatz für „Mensch inklusive“ in der Region mit den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt.

Markus Fröhlich, Geschäftsleiter am Landratsamt Haßberge, Integrationsbegleiter Matthias Pfuhlmann und Ute Leyh mit ihrem Mitarbeiter Manuel Kettler bei der Führung durch den Hof.
Markus Fröhlich, Geschäftsleiter am Landratsamt Haßberge, Integrationsbegleiter Matthias Pfuhlmann und Ute Leyh mit ihrem Mitarbeiter Manuel Kettler bei der Führung durch den Hof.
Foto: Günther Geiling

Schon fünf Jahre ist Manuel Kettler im Bauernhof der Leyhs in Losbergsgereuth beschäftigt. Die Hofführung übernahm er selbst und klärte über seine Tätigkeit auf. „Ich bin zuständig für die Kälber und Kühe und muss die dann zum Melken reintreiben. Mir gefällt die Arbeit hier.“ Auf seinem T-Shirt steht „Ich bin ein Leyh-Arbeiter“. Und das möchte er auch bis zu seiner Rente bleiben, habe er einmal seiner Chefin Ute Leyh zugeflüstert. Auch ihre Meinung dazu ist nicht anders. Sie sagt: „Er ist aus unserem Betrieb überhaupt nicht mehr wegzudenken.“

Bevor er auf dem Hof der Leyhs fest angestellt wurde, hat Manuel Kettler die Berufsschule der Lebenshilfe besucht

Die ersten zwei Jahre habe es eine Einarbeitungszeit gegeben, bei der Kettler alle 14 Tage in eine Berufsschule der Lebenshilfe gegangen sei. Zum Abschluss dieser Findungsphase habe man auch Prüfungsfragen entworfen und eine mündliche Prüfung durchgeführt. „Nun ist er über die Lebenshilfe am Hof fest angestellt und wir sind total zufrieden.“

Stellvertretender Landrat Oskar Ebert betonte: „Eine Gesellschaft ist nur gut, wenn es gelingt, alle einzubinden.“ Das geschehe mit „Mensch inklusive“. Edwin Oppelt, Behindertenbeauftragter im Landkreis Haßberge, sagte, das Landratsamt habe ein offenes Ohr für Menschen mit Behinderung und fügte hinzu: „Wenn wir alle zusammenhelfen und solche Firmen finden, dann haben wir gewonnen.“