Generalsanierung
Foyer mit Kiosk für Frei- und Hallenbad
Von der Notwendigkeit der Sanierung hatte sich der Bauausschuss des Kreistags bereits vor längerer Zeit ein Bild gemacht.
Von der Notwendigkeit der Sanierung hatte sich der Bauausschuss des Kreistags bereits vor längerer Zeit ein Bild gemacht.
Foto: Günther Geiling
Hofheim i. UFr. – Das kreiseigene Hallenbad soll erweitert werden. Der Landkreis und die Stadt teilen sich die Investition.

Seit Dezember 2020 ist das Hallenbad Hofheim geschlossen. Nun fasste der Kreisausschuss für Bau und Verkehr des Kreistags Haßberge einen zukunftsweisenden Beschluss. Seine Empfehlung für den Kreistag: Das kreiseigene Hallenbad wird im Zuge einer Generalsanierung mit der Stadt Hofheim zu einem Kombibad umgebaut und erweitert. Die geschätzten Gesamtkosten dürften sich auf fast 11,5 Millionen Euro belaufen.

Das Hallenbad wurde 1971 erbaut und diente dem Schulsport viele Jahre, aber auch die Bürger zogen hier ihre Bahnen. Im Herbst 2020 wurde das Bad geschlossen, nicht nur wegen der Pandemie, sondern vor allem auf Grund des großen Sanierungsbedarfs: Die Rohrleitungen sind durch Wasser und Salz angegriffen, auch die Dachkonstruktion muss dringend erneuert werden.

Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass der Landkreis seitdem mit der Stadt Hofheim und den Schulverbänden unterwegs sei und auch die Stadt Hofheim einiges an Vorleistungen erbracht habe, um nun gemeinsam den nächsten Schritt zu gehen.

Wärmeverlust und hoher Energiebedarf

Architekt Jürgen Bergmann teilte mit, dass die Leistungsphasen 1 und 2 gelaufen sind. Für ein Vorkonzept wurden Fachplaner eingeschaltet. Der 70er-Jahre-Bau weist die typischen Probleme auf mit vielen Betonunterzügen, Wärmeverlusten und hohem Energiebedarf. Das muss sich ändern. „Wir sprechen jetzt nicht mehr nur über ein Schulbad, sondern ein Kombibad mit einem 25-Meter-Becken mit vier Bahnen zusammen mit dem Freibad der Stadt Hofheim.“

Abriss und Neubau wurden bedacht, aber am Schluss sei eine „wirtschaftliche Entscheidung“ herausgekommen. Im Vergleich zum Neubau liege die Generalsanierung bei nur 75 Prozent der Kosten.

Die Schwimmhalle, inklusive dem darunter liegenden Keller, soll komplett abgerissen und ersetzt werden durch ein um 180 Grad gedrehtes Becken mit einer Wassergewöhnungstreppe sowie einem Kinderplanschbecken, das in der Erweiterung der Schwimmhalle untergebracht werden soll.

Ein Kopfbau soll künftig Hallen- und Freibad der Stadt Hofheim erschließen.

Versorgungszentrum für drinnen und draußen

Ans Foyer schließt sich ein Kiosk an, der im Winter von drinnen, in der Sommerzeit aber auch im Freien genutzt werden kann. „Neu- und Altbau verschmelzen dann und geben ein Bild wie aus einem Guss“, betonte Architekt Jürgen Bergmann. Der Planer ging kurz auf die Technik ein. Hier bemüht man sich darum, so viel wie möglich an regenerativen Energien einzusetzen.

Der bisherige Kreiskämmerer Marcus Fröhlich sprach bei Finanzierung und Förderung von drei Bereichen: nämlich der Sanierung des Schulbades, dem Planschbecken und öffentlichen Bereich für die Stadt Hofheim sowie dem gemeinsamen Anbau.

Für diese Aufteilung gebe es einen genauen Schlüssel, denn „Planungs- und Investitionskosten für Einrichtungen beziehungsweise Einrichtungsteile, die nicht durch schulische Nutzung begründet sind, hat die Standortkommune Hofheim für den außerschulischen Bereich zu tragen.“

Für die außerschulische Nutzung werden 26 Prozent der Gesamtkosten an der Generalsanierung des Schulschwimmbades berechnet sowie für den Anbau eines Kopfbaus mit Bistro und barrierefreiem Eingangsbereich 82,46 Prozent, während der Anbau eines Planschbeckens und der Sommerumkleiden zu 100 Prozent von der Stadt zu tragen seien. Als Eigenmittel sind zu tragen: vom Landkreis Haßberge 1,83 Millionen Euro, vom Schulverband Hofheim 1,54 Millionen Euro und von der Stadt Hofheim 1,94 Millionen Euro. Die förderfähigen Kosten dürften sich auf 4,8 Millionen Euro belaufen.

Überschaubare Kosten

Bürgermeister Wolfgang Borst nannte den Eigenanteil des Landkreises „überschaubar, denn wir schauen, dass wir bei allen Bereichen eine optimale Förderung bekommen.“ Das Damoklesschwert sei für ihn derzeit die Städtebauförderung. „Für die Stadt Hofheim ist es aber ein großes Projekt, zumal wir schon für das Freibad 2,5 Millionen Euro investiert haben.“

Hinsichtlich der Energiebilanz meinte er: „Wir wollen dass kein Kamin mehr steht, sondern mit Grundwasserpumpen oder Wärmetauscher oder mit einem Solarprojekt für Nachhaltigkeit gesorgt wird. Von der Stadt Hofheim und den Schulverbänden haben wir dazu die Beschlüsse gefasst. Nun ist es wichtig, die Zeit zu nutzen für die Förderzusagen und das Projekt zügig anzupacken.“

Die Kreisräte fragten nach zu Dämmung und Energieaufwand. Jürgen Bergmann hob hervor, dass der Standard schon jetzt sehr hoch sei; die Dämmung sei gut. Am meisten spare man aber bei und mit der Technik ein. Der überwiegende Anteil an Energie solle regenerativ erzeugt werden. Landrat Wilhelm Schneider nannte die Rückgewinnung an Wärme aus dem Badewasser als gutes Beispiel.

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