Diskussion
Drei Möglichkeiten für Trinkwasser im Itzgrund
Die Trinkwasserversorgung im Itzgrund soll durch die Eigenversorgung sichergestellt werden. Darüber war sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung schnell einig. Nur der Weg dorthin führte zu einer umfangreichen Diskussion.
Die Trinkwasserversorgung im Itzgrund soll durch die Eigenversorgung sichergestellt werden. Darüber war sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung schnell einig. Nur der Weg dorthin führte zu einer umfangreichen Diskussion.
Symbolfoto: Jochen Eckel, dpa
F-Signet von Martin Rebhan Fränkischer Tag
Kaltenbrunn im Itzgrund – Probebohrung oder Anschluss an die Fernwasserversorgung oder neuer Brunnen? Wie die Gemeinde Itzgrund ihre Trinkwasserversorgung sicherstellen will.

Die Trinkwasserversorgung im Itzgrund soll durch die Eigenversorgung sichergestellt werden. Darüber war sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung schnell einig. Nur der Weg dorthin führte zu einer umfangreichen Diskussion.

Stillgelegten Tiefbrunnen reaktivieren?

Bürgermeisterin Nina Liebermann (CSU) brachte den Vorschlag ein, am derzeit stillgelegten Tiefbrunnen Kaltenbrunn II eine Probebohrung durchzuführen, um festzustellen, ob dessen Schüttung ausreichend ist, um dann gemeinsam mit anderen Brunnen die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde sicherzustellen. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, soll der Brunnen zurückgebaut werden.

Neuer Brunnen wäre etwas günstiger als FWO

Alternativen wären nach Worten der Bürgermeisterin, sich an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) anzuschließen oder einen zusätzlichen Brunnen zu bohren. Auf 50 Jahre gerechnet würde die Lösung FWO mit etwa 10,5 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Die Kosten für einen neuen Brunnen sind für den gleichen Zeitraum mit 9,3 Millionen Euro kalkuliert. Die Ertüchtigung von Kaltenbrunn II käme mit rund zwei Millionen Euro aus.

Matthias Schorn (KuL) hatte dazu eine ganz andere Meinung. Für ihn besteht derzeit kein Handlungsbedarf. Vielmehr soll zunächst die vom Wasserwirtschaftsamt bemängelte Datenlage auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Jährlich ein Wasserverlust von 30.000 Kubikmetern

Für ihn ist wichtig, in Erfahrung zu bringen, wie es dazu kommen kann, dass man jährlich einen Wasserverlust von 30.000 Kubikmetern hat.

Deutlich widersprach die Bürgermeisterin. Für sie sind die Brunnen in Schottenstein und Bodelstadt nicht zukunftsfähig. „Wir haben keine Zeit zu warten“, betonte Liebermann und fügte hinzu, dass das Wasserwirtschaftsamt die Gemeinde aufgefordert habe, den Brunnen in Kaltenbrunn auszubauen oder zurückzubauen.

„Wir müssen für die Wasserversorgung eben Geld ausgeben“

Jürgen Alt (SPD) vertrat die Meinung, dass unabhängig von der Datenlage etwas getan werden müsse. „Wir haben hier ein Zukunftsproblem. Wir müssen Geld ausgeben, um die Wasserversorgung zu sichern.“

Evelyn Schramm forderte, es sollte ein ordentliches Angebot für eine Probebohrung eingeholt werden, anstatt mit ungesicherten Zahlen zu arbeiten.

Auf die Ausschreibung muss die Probebohrung folgen

Geschäftsführerin Sandra Kob verwies darauf, dass die Gemeinde, um ein belastbares Angebot zu erhalten, die Arbeiten ausschreiben müsse. Dann müsste die Probebohrung aber auch wirklich gemacht werden.

Schließlich folgte der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen (Matthias Schorn, Evelyn Schramm und Andreas Liebermann) dem von Anfang an eingebrachten Vorschlag, eine Probebohrung machen zu lassen.

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