Energiekrise
Harsdorf beharrt auf Windpark
Bis zu drei Windräder könnten im Staatsforst „Laitscher Wald“ entstehen.
Bis zu drei Windräder könnten im Staatsforst „Laitscher Wald“ entstehen.
Jens Büttner/dpa
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Harsdorf – Die Gemeinde würde gerne im „Laitscher Wald“ einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten, darf das bisher aber nicht.

Der Bau von Windrädern ist in Harsdorf nicht erst seit der Fortschreibung des Regionalplans Oberfranken-Ost ein Thema.

Zwei Vorstöße misslangen

Bürgermeister Günther Hübner (CSU) erinnerte im Gemeinderat an einen Beschluss vom 23. April 2012, mit dem die Ausweisung einer Vorrangfläche im Staatsforst „Laitscher Wald“ beantragt worden war – ohne Erfolg. Auch ein zweiter Vorstoß misslang.

Jetzt probiert es der Gemeinderat zum dritten Mal. Der Beschluss fiel einstimmig. Zum Ziel kommen will das Gremium mithilfe einer Standortanalyse der Beermann Energiesysteme GmbH in München.

Lage hat sich drastisch verändert

In der Stellungnahme an den Planungsverband gibt die Gemeinde Harsdorf zu verstehen, dass sich die Lage drastisch verändert habe. Daher greife der Gemeinderat das Thema erneut auf und hoffe diesmal auf mehr Erfolg.

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Ministerpräsident Söder hat mit 100 neuen Windenergieanlagen im Staatswald bereits 2019 eine klare Forderung aufgestellt. Die Fläche im Laitschwald ist im Besitz der Bayerischen Staatsforsten und eignet sich auf Grund von Höhenlage, Orographie, Anströmung sehr gut als Standort für Windenergieanlagen.

„Wirtschaftlicher Betrieb ist möglich“

Mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 5,92 Metern in der Sekunde auf 160 Meter Nabenhöhe ist nach dem Bayerischen Windatlas von 2021 ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.“

Die potenzielle Vorrangfläche ergibt sich aus den Abständen zur Wohnbebauung (650 Meter zu Mischgebieten und 850 Meter zu Wohngebieten) und den Hangkanten des Waldgebiets.

Keine Einwände aus der Bevölkerung

Zusammen mit der Klimaerklärung hatte die Gemeinde das Projekt der Bevölkerung vorgestellt. Bislang sind keine ablehnenden Stimmen bekannt geworden. „Klimaschutz ist eine Mammutaufgabe, eine Lösung wird uns nur gelingen, wenn alle ihren Teil dazu beitragen. Als Gemeinde Harsdorf wären wir bereit, Verantwortung zu übernehmen“, zitierte der Bürgermeister aus dem Brief.

Die Gesamtgröße der möglichen Vorrangfläche bezifferte Hübner auf 56,2 Hektar, innerhalb dieser Fläche könnten bis zu drei moderne Windenergieanlagen errichtet werden.

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