Umwelttipp
Die Kraft der Sonne auf dem eigenen Dach nutzen
Der Klassiker: Solarmodule auf Hausdächern. Ihr Strom kann entweder komplett ins öffentliche Netz eingespeist oder direkt im Haus verbraucht werden.
Der Klassiker: Solarmodule auf Hausdächern. Ihr Strom kann entweder komplett ins öffentliche Netz eingespeist oder direkt im Haus verbraucht werden.
Symbolbild: Marijan Murat, dpa
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Lichtenfels – Ein Kataster soll das Potenzial für Photovoltaik in Lichtenfels aufzeigen. Jeder kann es nutzen.

Circa 50 Prozent der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien im Landkreis Lichtenfels werden durch Photovoltaik (PV) bewerkstelligt. Aber da geht noch mehr.

Das enorme Potenzial der ungenutzten Dachflächen wird im neuen Solarpotenzial- und Gründachkataster des Landkreises Lichtenfels sicht- und greifbar, erläutert die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Lichtenfels, Anika Leimeister.

Wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervorgeht, kann hiermit jeder prüfen, ob sein Gebäudedach für Photovoltaik, Solarthermie und Dachbegrünung geeignet ist. Zudem ist es möglich, sich über den Ertragsrechner eine Abschätzung des Ertrags und der sich daraus ergebenden Wirtschaftlichkeit zum ausgewählten Gebäude zu erstellen.

Folgende Schritte sind nötig

-Startseite des Geoportals des Landkreises Lichtenfels öffnen unter lkr-lif.de/solarkataster aufrufen

- Über die Karte oder Adresssuche das Gebäude suchen

 Auf der rechten Seite das Thema Erneuerbare Energien/Klimaschutz wählen und den Unterordner Solarpotenzial- und Gründachkataster mittels Pfeil öffnen. Danach Unterkategorie wählen: Photovoltaik, Solarthermie oder Gründach

- Gewünschte Dachfläche anklicken: Auf der rechten Seite erscheinen eine Legende sowie weitere Informationen und ein Link zum Wirtschaftlichkeits-Rechner

- Für die Wirtschaftlichkeitsprüfung dem Link folgen und eine Detailberechnung oder Schnellberechnung vornehmen

Ist eine PV-Anlage wirtschaftlich?

Um die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage abzuschätzen, sollten der Stromverbrauch im Haushalt und das Verbrauchsverhalten analysiert werden. Der Eigenverbrauch gibt an, wie viel Prozent des produzierten PV-Stroms selbst genutzt werden kann und wie viel ins Stromnetz eingespeist wird. Dadurch, dass die Stromerzeugungskosten durch Solarstrom vom eigenen Dach wesentlich günstiger sind als der Bezug des Stroms aus dem Netz, spart man durch die Photovoltaikanlage Energiekosten ein. Um die Einsparung zu maximieren, sollten Erzeugung und Verbrauch zeitlich möglichst ähnlich sein.

Die Installation eines Speichers erhöht den Eigenstromverbrauchsanteil. Der von der Photovoltaikanlage produzierte Strom wird, sofern er nicht direkt im Haus verbraucht wird, zum Laden der Batterie eingesetzt. So steht er in sonnenarmen Stunden zur Nutzung zur Verfügung. Da die monetäre Einsparung beim Eigenverbrauch des Stroms größer ist als bei der Einspeisung ins Netz und die Kosten für Batteriespeicher sinken, lohnt sich die Investition zunehmend. Die Kosten der Batterien hängen von Typus und Größe ab. Hauptsächlich werden Lithium-Solarstromspeicher mit einer Lebensdauer von mindestens 20 Jahren eingesetzt.

Zwei Betriebsvarianten

Für den Betrieb einer PV-Anlage sieht das EEG mehrere Möglichkeiten vor: zum einen die Volleinspeisung und zum anderen die Möglichkeit zur Eigennutzung mit Überschusseinspeisung. Bis zu einer Anlagenleistung von 750 kWp kann für den in das Netz eingespeisten Strom eine Vergütung nach EEG verlangt werden. Bei größeren Anlagen besteht die Pflicht zur Direktvermarktung der erzeugten Energie.

Bei der ersten Variante, der Volleinspeisung, wird der erzeugte PV-Strom vollständig in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist und vergütet. Der Netzbetreiber vergütet dem Anlagenbetreiber die eingespeiste Energie entweder bei Anlagen bis 750 kWp mit der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung oder mit dem Marktwert des Stroms.

Umbau am Zählerschrank

Bei der zweiten Variante, die aus Eigennutzung mit Überschusseinspeisung besteht, wird die in der PV-Anlage erzeugte Energie teilweise oder vollständig durch den Betreiber vor Ort verbraucht. Hierzu ist gegebenenfalls ein Umbau am Zählerschrank nötig und gegenüber der Volleinspeisung eine erweiterte Messtechnik. Der Eigenverbrauch ist von der EEG-Umlage befreit. Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, wird aber mit anderen Vergütungssätzen als bei der Volleinspeisung vergütet. Hier wird ebenfalls eine Vergütung bis 750 kWp gezahlt.

Zusätzliche Optionen

Eine Möglichkeit, den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen, kann beispielsweise sein, ein Elektroauto mit dem grünen Strom aus der Photovoltaikanlage zu laden. Dadurch wird die Nutzung des E-Autos deutlich nachhaltiger. Darüber hinaus kann der regenerative Strom aus der PV-Anlage zur Erzeugung von Wärme durch eine Wärmepumpe verwendet werden.

Ein weiterer Pluspunkt: Beim Betrieb einer PV-Anlage wird der Netzbezug von konventionellem Strom vermindert. So werden CO2-Emissionen vermieden.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: