"Bittere Realität"
Pflegeheim in Stegaurach schließt nun doch
Zum Jahresende soll Schluss sein: Nach nur 20 Betriebsjahren gibt die Lebenshilfe ihr Herbert-Staudt-Pflegeheim in Stegaurach auf. Grund ist der Pflegenotstand.
Zum Jahresende ist Schluss: Nach nur 20 Betriebsjahren gibt die Lebenshilfe ihr Herbert-Staudt-Pflegeheim in Stegaurach auf.
Foto: Herbert Mackert
Christian Pack von Christian Pack Fränkischer Tag
Stegaurach – Bis zuletzt hatten die Bewohnerinnen und Bewohner auf eine Lösung gehofft. Doch jetzt müssen sie sich eine neue Einrichtung suchen.

Ein schwerer Schlag für die aktuell noch zwölf schwerstbehinderten Menschen, die im Herbert-Staudt-Pflegeheim in Stegaurach leben: Die Einrichtung schließt zum Jahresende, die Bewohnerinnen und Bewohner müssen sich eine neue Einrichtung suchen.

Das hat die Lebenshilfe Bamberg auf Facebook bekannt gegeben. Der Grund: Seit über zwei Jahren würde man nicht mehr genügend Pflegefachkräfte finden. Es sei bittere Realität, "dass wir die Versorgung der Bewohner ohne das entsprechende Personal nicht mehr leisten können", heißt es in dem Post weiter.

 

 

Geplant gewesen sei eine Betriebsübernahme durch die Diakonie Bamberg-Forchheim. Leider sei dies aufgrund fehlender Fachkräfte aber nicht möglich. "Daher muss die Lebenshilfe den Betrieb des Pflegeheims zum Ende des Jahres einstellen. Für alle noch verbliebenen zwölf Bewohner*innen werden jetzt Heimplätze gesucht. Die Lebenshilfe unterstützt die Angehörigen tatkräftig bei der Suche".

Bundesweit nach Fachkräften gesucht

Bundesweit seien zuletzt Stellenausschreibungen veröffentlicht worden - ohne Erfolg. "Deutschland hat ein strukturelles Problem in der Pflege. Dieses Problem wirkt sich ganz besonders auf kleine Einrichtungen, so wie unser Pflegeheim, aus", heißt es weiter. 

Aktuell wohnen noch zwölf Bewohnerinnen und im Pflegeheim. Zwölf Personalmitarbeiter*innen (Pflegefachkräfte, Hauswirtschafterinnen, Soziale Betreuung und Reinigung) der Lebenshilfe sind für sie im Dreischichtbetrieb im Einsatz. All diesen Mitarbeitern habe man ein Arbeitsangebot unterbreiten können.

Zuletzt hatte sich auch Politiker aus der Region eingeschaltet und versucht, die drohende Schließung noch abzuwenden. Gesprächen mit möglichen Trägern und Institutionen wurden geführt - anscheinend ohne Erfolg.

 

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