Es dauert. Bis eine Neue oder ein Neuer das Citymanagement der Königsstadt nachhaltig in die Hand nehmen kann, bleibt auf absehbare Zeit auf der langen Bank liegen. Und doch sollen die Händler, Gewerbetreibenden und Besucher der Innenstadt alsbald auf Besserung hoffen dürfen. Zumindest vorübergehend.
„Die Lücke könnte ein Interimsmanagement füllen“, sagt Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein auf FT-Anfrage. Dies könne und solle die verpasste Nachfolge Elena Büttners, die im vergangenen Jahr überraschend gekündigt hatte, zwar nicht ersetzen.
Die Übergangslösung solle eher Einzelaspekte bearbeiten und vorübergehende Anlaufstelle für die Belange der Innenstadtakteure sein. „Erste Gespräche laufen“, so Kirschstein. Aber: Auch eine Zwischenlösung will erst gefunden werden.
Stadt will extern kompensieren
„Wir versuchen, diese Stelle vorübergehend extern zu kompensieren“, sagt der OB. Mögliche Interpretation: Stadt sucht Firma oder Institution, die Mitarbeiter als Feuerlöscher verleiht. Denn nicht weniger wird ein Citymanagement, sei es auf Zeit oder auf Dauer, sein müssen. Ein Feuerlöscher. Zu viele Baustellen sind offen; Leerstände, ausbleibendes Belebungskonzept, mangelnde Vernetzung unter den Innenstadtakteuren.
Mit ins Entscheidungsboot geholt haben sich Stadtratsfraktionen und Oberbürgermeister daher unter anderem die Händler. Manfred Schade von der Händlervereinigung Heimforteil findet es gut, dass die Stadt nach einer Zwischenlösung trachtet. „Corona hat uns arg zugesetzt. Nun müssen wir entwerfen, wie Forchheim in Zukunft aussehen soll.“
Konkrete Gespräche laufen
Erst in dieser Woche habe es konkrete Gespräche zwischen Stadt, Händlern und Experten gegeben, wie es externe Kräfte schaffen könnten, die Stadtverwaltenden zum Beispiel über Einzel-Projekte oder spezielles Coaching zu unterstützen.
Auch die stadtpolitischen Strömungen machen gute Miene. Zum bösen Spiel? Soweit will sich keiner aus dem Fenster lehnen. Nur so viel: Der Stellenwert der Causa Citymanagement scheint den Wortführern bewusst, schnelle Lösungen sind ausdrücklich erwünscht.
Knappe Entscheidung im Personalausschuss
Wie nun nach außen drang, hätte es sich der Personalausschuss in der nicht-öffentlichen Sitzung neulich nicht leicht gemacht, die letzten Bewerberinnen aus dem Rennen zu werfen. „Eine knappe Mehrheitsentscheidung“ wird übereinstimmend überliefert.
Andere Stimmen, nicht bei der Vereinigung Heimforteil involviert, blicken skeptischer auf die Vorgänge. „Bei mir hatte sich schon mit Citymanagerin keiner gemeldet“, sagt etwa Axel Dorsch, der sein Lederwarengeschäft am Paradeplatz betreibt. „In Schulnoten? Eine Sechs.“
Der Forchheimer Süden habe die Innenstadt als Handelsplatz abgelöst, sagt er. Irreversibel. Selbst eine Wiederbelebung der Innenstadt durch Kulturkonzepte und Leerstandsmanagement reiche nicht, „zumal sie nur auf wenige Branchen beschränkt“ blieben.
Zweckoptimismus im Rathaus?
Uwe Kirschstein strahlt qua Amt Zuversicht aus. Aber er weiß, eine adäquate Nachbesetzung wird Zeit brauchen. Viel Zeit. Schon wieder. Durch die auf Willen der politischen Mehrheit geforderte, nachträgliche Schärfung des Stellenprofils werde sich die Bewerberlage nicht verbessern, fürchtet der OB.
Außerdem wolle er noch immer nicht recht damit warm werden, die mit Argusaugen beobachtete Personalentscheidung in eine Extrarunde schicken zu müssen. Er bleibt dabei: „Wir hatten uns im Vorfeld viel über die Ausschreibung ausgetauscht. Dann hatten wir eine tolle Bewerberlage, wie ich finde. Dass wir keinen hatten, der am Ende passt, halte ich für falsch.“
Nachbesetzung wohl erst 2023
Selbst wenn eine Zwischenlösung die drängendsten Probleme zeitnah auf die Agenda brächte. Ein volles Citymanagement könne sie nicht ersetzen. Kirschstein: „Realistisch reden wir aber nicht vor 2023 mit einer Neueinstellung.“
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