Theater
Shakespeare auf Fränggisch
Die Stettfelder Freilichtbühne hatte einen Auftritt in Aschaffenburg beim Tag der Franken
Pyramus (Christian Ziegler) und Thisbe (Bettina Fößel, rechts) flüstern sich durch die Wänd mit dem Schlitz (Andrea Ullrich) süße Geheimnisse zu.
Foto: Maria Klarmann
F-Signet von Christian Ziegler Fränkischer Tag
Stettfeld – Die Stettfelder Freilichtbühne behielt am Tag der Franken in Aschaffenburg trotz der Hitze einen kühlen Kopf behielt.

„Sein oder Nichtsein“: Die Stettfelder Freilichtbühne beeindruckte beim Tag der Franken in Aschaffenburg damit, dass sie trotz der Hitze bei ihrer eigenwilligen Dichter-Interpretation einen kühlen Kopf behielt.

Löwenkopf aus Filz und Betttuch mit Backsteinen machten den Auftritt der Stettfelder beim Tag der Franken schweißtreibend

„Ach Gott, die armen Frauen!“ Andrea Ullrich und Martina Kneuer von der Stettfelder Freilichtbühne ernteten ob ihrer Kostüme diesen mitleidigen Kommentar einer Zuschauerin auf dem Karlsplatz in Aschaffenburg. Sengende Hitze lag beim Tag der Franken, der am vergangenen Sonntag im „bayerischen Nizza“ stattfand. Und dementsprechend schweißtreibend war der Auftritt der Stettfelder Schauspielerinnen und Schauspieler – mit einem schweren, mit Backsteinen bemalten Betttuch und einem Löwenkopf aus Filz noch einmal ungleich mehr.

Szene auf dem „Sommernachtstraum“ beim Tag der Franken in Aschaffenburg

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken waren die Stettfelder angereist, um einen Klassiker aus ihrem Repertoire zu spielen.

Die Stettfelder Freilichtbühne hatte einen Auftritt in Aschaffenburg beim Tag der Franken
Die Löwin (Martina Kneuer, links) lauert auf Thisbe (Bettina Fößel, rechts) während der Mond (Georg Klarmann) die Szene argwöhnisch beäugt.
Foto: Martina Siegert

Shakespeare gut durchgschüddeld“, eine recht eigenwillige Interpretation der Handwerkerszene aus dem „Sommernachtstraum“ stand auf dem Spielplan. Geschrieben hat das Stück Christian Ziegler. Die „gar schröckliche Tragödie“ von Pyramus und Thisbe wird darin zum humorvollen Blick auf die Theaterarbeit.

Die Stettfelder Freilichtbühne präsentierte einen Klassiker in fränkischer Mundart

Fast wie „im richtigen Leben“ geht eine Theatergruppe, die aus den Archetypen der schauspielenden Zunft besteht, an die Probe des Klassikers in fränkischer Mundart. Regisseurin Maria Egglseder treiben die Ansprüche und Wünsche ihrer Spieler im Stück schier zur Verzweiflung. Von „So alten Käs’ könna mir unserem Publikum doch gar ned zumuten“ über „Warum hat denn der blöde Löwe net mehr Text?“ bis hin zu „Des sag ich ned“ reichten die Kommentare.

Über den „doppeldeutigen Text“ der Shakespeare-Interpretation wurde viel gelacht

Wenn dann die „Wänd“, Andrea Ullrich, sich über den doppeldeutige Text beschwerte, „Mond“, Georg Klarmann wegen seiner Höhenangst nur mit sanfter Gewalt zum Gang aufs „Triddlädderla“ zu bewegen war und Thisbe zur Verzweiflung der Regie nur die „Tippse“ genannt wurde, gab es für das Publikum jede Menge zu lachen.

Ein weiterer Beitrag der Theaterkultur im Landkreis Haßberge:

 

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