Energiewende
Fläche für Fotovoltaik gesucht und gefunden
Auf dem „Rasiger Wegacker“ in der Nähe des Schafhofes bei Königsberg soll eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichtet werden.
Auf dem „Rasiger Wegacker“ in der Nähe des Schafhofes bei Königsberg soll eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichtet werden.
Foto: Gerold Snater
Königsberg in Bayern – Ein Landschaftsschutzgebiet und eine Fotovoltaikanlage vertragen sich gut. Das ist die einhellige Meinung des Königsberger Stadtrats.

Es besteht ein sehr großer Bedarf an Energie für die Versorgung von Königsberg. In der denkmalgeschützten Altstadt in Königsberg bestehen für die Grundstückseigentümer nur sehr beschränkte Möglichkeiten, regenerative Energie durch Solaranlagen an den eigenen Häusern zu erzeugen.

Durch die am „Rasiger Wegacker“ in der Nähe des Schafhofes geplante Freiflächenfotovoltaikanlage in unmittelbarer Nähe der Altstadt werden die Versorgungswege sehr kurz und die Nutzung des eigenen regenerativen Stroms erkennbar und nachvollziehbar. Gleiches gilt für die bestehende heimische Industrie in Königsberg, die auf kurzen Wegen durch die geplante Anlage mit regenerativem Strom versorgt werden kann.

Änderung der Ausweisung des Landschaftsschutzgebiets notwendig

Damit dies möglich wird und die Königsberger Energiewende forciert werden kann, hatte der Stadtrat von Königsberg bei seiner Sitzung am Dienstag diesen wichtigen Tagesordnungspunkt: Da die geplante Anlage im Landschaftsschutzgebiet am „Rasiger Wegacker“ liegt, ist eine Änderung der Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes notwendig. Dabei sollte natürlich der Weg frei gemacht werden für die Bauleitplanung für die geplante Fotovoltaikanlage. Der Stadtrat musste die Erforderlichkeit für den Bau dieser Anlage begründen. Diese rechtliche Volte ist notwendig, da die Solarpaneele in einem Landschaftsschutzgebiet aufgestellt werden sollen. Der Stadtrat beschloss einstimmig die erforderliche Änderung der Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes.

Damit verpflichtet sich die Stadt Königsberg gegenüber dem Landkreis Haßberge als Genehmigungsbehörde, dass sie auf dem ins Auge gefassten Grundstück nichts anderes macht, als eine Freiflächenfotovoltaikanlage zu errichten.

Enge Zusammenarbeit mit der GUT

Die Bauleitplanung wird in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Energien „GUT“ erfolgen, die stets über die Planungsdetails informiert ist und vom jeweiligen Verfahrensstand und Verfahrensinhalt Kenntnis hat. Die Stadt hat in Zusammenarbeit mit der GUT ein Standortkonzept für die Errichtung von Photovoltaikanlagen entwickelt, in welchem auch großer Wert auf die Nutzung von Flächen mit eher mageren Böden gelegt wird. Im gewählten Bereich liegen die Bodengütewerte unter der Kennziffer 30 oder nur knapp darüber. Auch auf die Einsehbarkeit wird Rücksicht genommen. Eine störende Wirkung der Anlage soll durch die umgebenden Wälder erheblich reduziert werden.

Königsberg wird zu 100 Prozent an der Anlage beteiligt, damit ist die Wertschöpfung sichergestellt

Die örtliche Wertschöpfung wird dadurch sichergestellt, dass die Stadt zu 100 Prozent an der Anlage beteiligt ist. Außerdem eröffnet sich durch die Planung des Naturparkzentrums für den Landkreis in Königsberg auch die Möglichkeit, mit entsprechenden Erklärungen und Erläuterungen das Thema regenerative Energie für Besucher des Naturparkzentrums anschaulich aufzuarbeiten. Das alles seien Gründe, die für den Bau der Fotovoltaikanlage im jetzigen Landschaftsschutzgebiet sprächen. Das war die einstimmige Auffassung des Stadtrates.