Als erstes Freiluftfest des Jahres in Herzogenaurach hat das Ökofest Tradition und ist längst über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt. Bei bestem Frühlingswetter fanden sich zahlreiche Besucher auf dem Festgelände am Weihersbach ein.
Über 40 Anbieter
Über 40 Vereine, Verbände und kommerzielle Anbieter konnten bei strahlendem Sonnenschein ihre Informationen und Waren beim 21. Ökofest anbieten. Lautstark trommelnd eröffnete der Piranha-Social-Club das Fest mit flotten Sambarhythmen. Die Ökofest-Initiatorin Retta Müller-Schimmel war rundum glücklich: „Wir haben viele traditionelle Anbieter auf dem Platz, die jedes Jahr dabei sind, aber auch einige interessante Neue.“
Man sieht es ihr kaum an, wie viel Arbeit hinter der Organisation des umfangreichen Festes steht. „Möglich ist das nur durch die ehrenamtliche Arbeit der erfahrenen Mitglieder der Ökofest-Initiative“, betont Monika Willwohl, die im Vorfeld des Festes viel Organisatorisches um die Ohren hatte und auch am Fest immer unterwegs war, um nach dem Rechten zu schauen. Der Verein sorgte für das Kaffee- und Kuchenangebot.
Biergarten gut besucht
Der Biergarten an den Kellern hatte zur Mittagszeit kaum noch freie Plätze zu bieten. Das neue Ökofestbier der Bierfabrik Höhn fand großen Zuspruch und die Zapfhähne liefen im Dauerbetrieb. Dazu braucht es in Franken die Bratwurst, an dem Stand bildeten sich teilweise die längsten Schlangen. Geduld brachten die Besucher auch bei der Zubereitung der Pinsa aus Dinkelmehl bei der Bäckerei „Handgebäck“ mit. „Das ist ein Rezept aus dem alten Rom, bei dem der Pizzateig durch lange Gehzeit weniger Hefe braucht und daher viel bekömmlicher ist“, erklärte die Verkäuferin und reichte ein mit Grillgemüse überbackenes Fladenbrot über die Theke.
Für angenehme musikalische Unterhaltung sorgte zunächst das örtliche Kontrabass-Gitarren-Duo „Russell und Smiley“ mit Ohrwürmern wie „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Den Nachmittag bereicherte ausdrucksvolle Musik des „Eventduos Pegasus“ , Gabriele Joppien (Gesang) und Peter Willert (Klavier).
Die jüngsten Ökofest-Besucher nutzten die Angebote der Lebenshilfe und Montessori-Einrichtungen wie Spiele, Pflanzaktionen und Seifenherstellung, ein Glücksrad und eine bunte Fahrrad-Rikscha, die regelmäßig das Festgelände umrundete.
Auf besonderen Zuspruch stieß das Bioland-Pflanzenangebot der Gärtnerei Schuster aus Nürnberg, die Pflanzen aus samenfestem Saatgut verkauften. „Wir haben in der Region eine Nische mit dem biologischen Anbau von Jungpflanzen erwischt“, erklären Carolin und Jürgen Schuster, die auch Pflanzen für die Schulgärten des Vereins Acker in der Region beliefert.
Im Sortiment findet man Tomatensorten wie „Paul Robeson“ oder Palmkohl-Jungpflanzen, die man den Angaben zufolge in keinem Gartencenter findet.
Neuer Stand eines Biohofes
Neu war der Stand des Biohofs Decker, der Produkte aus einer ganz besonderen Beere, der Haskap-Beere dabeihatte. „Im Vergleich zur bekannteren Aronia-Beere schmeckt die Haskap wirklich lecker“, schmunzelte Robert Decker und füllte eine Kostprobe ins Glas.
Neben bewährten Vereinen wie dem Bund Naturschutz oder dem „Aktionskreis für eine faire Welt“ aus Röttenbach-Hemhofen gab es ganz neu den Stand der Regionalgruppe Zentralfranken des Vereins Naturgarten mit heimischen Wildpflanzen, Naturgarten-Zeitschriften und Büchern. „Wir lernen teilweise selber noch dazu und kennen nicht jede Pflanze“, gestand Laura Prechtel und zeigte einem Besucher geduldig eine blühende Pflanze auf ihrem Smartphone.
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