Jubiläum
Junge Menschen haben Treffpunkt in Teuschnitz
Zur Jubiläumsfeier des Jugendbildungshauses standen viele Attraktionen bereit.
Zur Jubiläumsfeier des Jugendbildungshauses standen viele Attraktionen bereit.
Foto: Jürgen Jakob
Teuschnitz – Seit 25 Jahren können junge Leute im Jugendbildungshaus am Knock in Teuschnitz nicht nur Spaß haben, sondern sich auch beruflich orientieren.

Hoch droben auf den Höhen des Frankenwalds wurde am 19. Juni 1997, also vor gut 25 Jahren, das Jugendbildungshaus eingeweiht. Nun feierte man am Knock das 25-jährige Bestehen dieser Einrichtung.

Wo im zweiten Weltkrieg ein Beobachtungsturm für die Luftwaffe stand, sollte in den 1950er Jahren ein Jugendheim für Wandergruppen entstehen. Der Anfang gestaltete sich mehr als schwierig, aber durch die Trägerschaft der Pfarrgemeinde Teuschnitz konnte der Ursprungsbau 1957 eröffnet werden. Die Belegungszahlen des Heimes waren jedoch nicht besonders hoch, so dass erst 1970 erste Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten abgeschlossen werden konnten. Zu Beginn der 1990er Jahre war das Haus in einem sehr desolaten Zustand und Übernachtungen waren nicht mehr möglich.

 

Erzdiözese ist der Träger

Die Erzdiözese Bamberg übernahm das Haus und 1992 wurde der baufällige Bettentrakt abgerissen. Am 1. April 1994 wurde Hans Löffler, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Jaggo“, Leiter des Hauses. Ihm gelang es mit zunächst nur vier Mitarbeiterinnen, das Haus zu dem zu machen, was es heute ist, nämlich ein modernes und barrierefreies Bildungshaus mit sehr gutem Ruf. 27 Jahre lang war Hans Löffler Leiter der Einrichtung und reichte anlässlich des Jubiläums den Stab an seine langjährige Mitarbeiterin Kathrin Ritter weiter. Für sein Engagement überreichte Erzbischof Ludwig Schick ihm die Verdienstmedaille des Erzbistums Bamberg.

Saal, Sporträume, Zeltplätze, Amphitheater

Heute stehen am Knock 69 Betten zur Verfügung, das Angebot des Hauses umfasst eine eigene Küche mit regionalen und saisonalen Speiseangeboten, mehrere Gruppenräume, einen Veranstaltungssaal, Werk- und Sporträume sowie zwei Zeltplätze mit Sanitärgebäude und Aufenthaltsraum, ein Amphitheater mit 180 Plätzen, Fußball- und Bolzplatz, Bogenschießplatz, Volleyballfeld, Beachvolleyballanlage und einem Grillplatz. Mittlerweile finden mehr als 20 Menschen im Haus Arbeit.

Bedingt durch die Coronabeschränkungen konnte der gewohnte Betrieb eineinhalb Jahre nicht stattfinden. Untätig war man jedoch nicht, so wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen und ein Aufzug für die Barrierefreiheit eingebaut. Gut 10.000 Übernachtungen im Jahr verbuchte das Haus vor der Corona-Zwangspause.

Kathrin Ritter ist die neue Leiterin

„Die Fußstapfen, die Hans Löffler hinterlässt, sind sehr groß“, sagt die neue Leiterin Kathrin Ritter, die von Leuten am Knock meist „Pötzi“ gerufen wird. „Das Haus und auch die Anforderungen sind in den letzten Jahren gewachsen“, so Löffler. Das Jugendbildungshaus am Knock in Teuschnitz dient der Jugend- (Verbands)arbeit im nördlichen Teil der Diözese. Vor allem für die Dekanate Coburg, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und Teuschnitz ist es regionales Bildungshaus und Begegnungsstätte.

Der Knock soll ein Ort der Begegnung und ein Lernort sozialer Verantwortung sein. Junge Menschen sollen für das Haus Mitverantwortung tragen und sich so an einer Kultur des Teilens und der Solidarität probieren. Angesichts einer vernehmbaren spirituellen Sprachlosigkeit und Oberflächlichkeit unserer Zeit soll das Haus ein Ort sein, an dem gelebter Glaube und christliche Gemeinschaft erfahrbar werden, an dem junge Menschen in einem ökumenischen Geist Platz für ihre Fragen und Ängste, aber auch für Hoffnungen und Träume finden. So werden am Knock auch berufsorientierende Angebote gemacht.

Predigt von Erzbischof Schick

In für Teuschnitz eher untypischer, nahezu tropischer Hitze zelebrierte Erzbischof Ludwig Schick den Festgottesdienst vor einer großen Anzahl von Festbesuchern. Insbesondere für die Kinder und Jugendlichen stand eine Vielzahl von Attraktionen bereit, aber auch jede Menge kulinarischer Genüsse luden zum Verweilen ein. „Wo beginnt der Weg zu dir, wenn wir hier nicht zu leben wagen ?“ lautete die erste Zeile des Liedes nach der Predigt von Erzbischof Schick.

Die Herausforderungen der Zukunft werden deutlich, wenn man etliche kahle Stellen im einst so grünen Frankenwald sieht. Die Fehler, die vor Jahrzehnten gemacht wurden, werden heute spürbar. Die Schöpfung zu bewahren und gemeinsam füreinander einzustehen, sind Leitmotive für die Arbeit am Knock.

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